316durch Glück noch durch Unglück, von diesenDir verlangenGrundsätzen, abbringen lasset.von euch im Namen der Pflicht und Tugend,daß ihr als redliche Menschen, die aus Ueber-zeugung geglaubte Wahrheit, nicht aus eigen-nützigen oder selbstsüchtigen Absichten verbergen,sondern gerade und muthig dafür auskommen,und ebenso standhaft nach euren eignen Ueberzeu-gungen und Grundsätzen handeln sollt. Es kanneuch, zumahl in unſeren Zeiten, an der reichſtenGelegenheit nicht fehlen, eine solche edle Festig-keit und Standhaftigkeit im Guten zu zeigen,Wenn ihr z. B. aus deutlichen und überzeugen-den Gründen selbst glaubt, daß für die Ruhe,für die Zufriedenheit und Wohlfarth des einzel-nen Menschen und der ganzen menschlichen Ge-sellschaft, nichts zuträglicher und unentbehrlicherals die Religion sey, und ihr kommt, wie dasdenn häufig der Fall ist, mit solchen zusammen,welche diese als Aberglauben und Thorheit ver-lachen, und euch selbst wohl mit verstelltem Mit-leid betrachten, so wird es ein Beweis euresfesten und standhaften Charakters seyn, wenn ihreure Ehrfurcht für die erkannte Wahrheit dennochan den Tag leget, und nach euren, auf die Re-ligion gebauten oder mit derselben übereinstim-menden Grundsätzen zu leben und zu handelnfortfahrt. Ihr würdet auf der andern SeiteSchwäche und Feigheit, also in der That entwe-der
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3 (1800)
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