304und Selbstsucht, kein Mittel zu glänzen und sichzu erheben unversucht läßt, und fast alle zu die-sem Zwecke führende Wege, ohne Rücksicht aufGewissen und Pflicht, mit gleicher Kühnheit, odervielmehr Frechheit betritt; — in Zeiten, worinnder zahlreichste Haufe listiger, mit allen Künstender Ueberredung vertrauter Verführer, geradeauf diese herrschende Sinnes und Denkungsartmit Zuversicht baut, um tausend unvorsichtigeund unvorbereitete mit sich, zur Ausführung dergefährlichsten und verderblichsten Plane zu ver-binden; — da mag es ja wohl ein Wort zu sei-ner Zeit seyn, wenn man den Guten und Wohl-wollenden zuruft: Seyd fest, seyd männ-lich und stark in dem, was ihr einmahl alsgut erkennt und annehmt! Haltet fest, daßniemand euch eure Krone, die Krone derTugend, der Zufriedenheit und Glückseligkeit,raube! Seyd nüchtern, seyd besonnen undund ernsthaft, und wachet, über euch selbst,Und über diejenigen, die keine Lockungen sparen,euch vom geraden Wege zu lenken! Lasset euchnicht mit mancherley und fremden Leh-ren umtreiben; denn es ist ein köstliches Ding, daß das Herz fest werde!Dieß und nichts anders, ist denn auch heuteunsere Absicht. Mit je größerem Kummer wir esoft bemerken, daß so viele gute und wohldenken-de Menschen, bloß dadurch von den bößen undlaster-
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3 (1800)
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