284und ihren Hochmuth nicht mehr befriedigt? Wassagen, wovon unterrichten uns in dieser Rück-sicht so viele Beispiele der Neuerungsfüchtigenund Empörer unserer Zeiten? Und sollen wir unswohl mit ihnen zum Umsturtze der vaterländischenVerfaſſung verbinden, in der Hoffnung, daß ſieihren Worten entsprechen und Freyheit undWohlfarth aus allen Kräften befördern werden?Kann man auch Trauben lesen von denDornen, oder Feigen von den Disteln?— Ist es endlich der Character der Reinigkeitund Lauterkeit der Geſinnungen, der Uneigen-nützigkeit und Großmuth, an welchem wir dieje-nigen kennen, welche so laut in unseren Tagenden Werth der Neuerung und Staatsumwälzungverkündigen? Welche kein Mittel unversucht las-sen, um auch euch mit in ihre weit aussehendenEntwürfe zu verwickeln? Sind es Männer, vonkeiner Selbstsucht, von keinem Eigennutze, vonkeiner Herrſchbegierde verblendet? Stets bereit,nicht nur ihre Kräfte, sondern auch ihre Gäterihr Ansehen, ihr Leben selbst, für die Sache derWahrheit, der Freyheit, der menschlichen Wohl-farth zu opfern? Und haben sie von dieser Lau-ferkeit der Gesinnungen, von dieser Uneigennü-tzigkeit und Großmuth in der Beförderung desWohls ihrer Brüder, entſcheidende Beweiſe ge-geben? Oder sind es vielleicht Menschen, diealles auf sich, auf ihren Nutzen und Vortheil,auf
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3 (1800)
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284
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