er124Aufklärung und Freyheit, mit jeder gerechtenStaatsverfassung verträgt, und frage nun euch:War es nicht jene, der Unsittlichkeit und Lü-sternheit der Höfe schmeichelnde, von ihnen ge-Phi-liebkoste, die Menschheit herabwürdigendlosophie des Tages, welche schon lange vorherGleichgültigkeit und Kaltsinn, ja Verachtungund Haß gegen die wohlthätigste Religion al-lenthalben, unter allen Ständen und Lebensar-ten verbreitet hatte, indem sie Vorurtheile auf-deckte und lächerlich machte, ohne uns auch dieWahrheit an ihrer Stelle zu lehren? War siees nicht, die jenen wüthenden Fanatismus desUnglaubens, unter einem Haufen unsittlicher,gewiß nicht von dem Geiste der Weisheit undFreyheit geleiteter Menſchen erweckte? Ich fra-ge euch: Ob der roheste, unsinnigste Atheismus,Aufklärung ist, und ob er zur Freyheit oder zurVerwirrung und Gesetzlosigkeit führet? Ich fra-ge euch: Ob ein Volk, unter welchem man, beygleich lautem Beyfalle, Gott heute, auf eineabgeschmackte Art die Regierung der Welt abspre-chen, und ihn morgen wieder darine einsetzenkann, überhaupt ein über seine Bestimmungund Würde, und wichtigsten Verhältnisse aufge-klärtes, und freyes Volk, oder mit einem ganzandern Nahmen, genennt zu werden verdient?Ihr fraget: Ist nicht jene in fast allen Staa-ten verbreitete, und sie mit Verderben und Un-ter⸗
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3 (1800)
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