36dem die Leitung und Führung seiner Brüder mehroder weniger anvertraut ist! Das von dem Stro-me des Unglaubens und der Sittenlosigkeit er-griffene, von allen Banden der Religion und desGewissens entfesselte, in den scheuslichen Ab-grund der Ausschweifung und Zügellosigkeit ver-sunkene Volk, wird selbst jeden Versuch, jedeBemühung zu seiner Rettung erschweren oder mit:Undank vergelten, wird in seinen treuesten Freun-den, seine ärgsten Feinde, in seinen edelstenWohlthätern, seine grausamsten Hasser erblicken,7und sie mit Schmach und Trübsal bedecken!Aber seyd getrost und standhaft, ihr meineedlern Brüder, unter der spätern und spätestenNachwelt! Höret den Ruf eines eurer früherenGefährten auf diesem mühsamen Wege, der eu-re Leiden, als Früchte des in seinem Zeitalterausgestreuten Saamens, im Geiste vorausfah-und mit euch empfand! Nicht immer wird dieVolke bleiben, die einst den heitersten Tag zutrüben begonn, und, allmählig dichter und schwär-zer werdend, den Wanderer in gänzliche Finſter-niß stürzte! Nicht immer wird sie euch den An-blick des alles belebenden Lichtquells entziehen,oder die reizendste Aussicht verbergen! Sie, sieselbst muß und wird die Pracht jenes An-blicks, die Reize dieser Aussicht erhöhen!— Das Maaß des Fanatismus des Un-glau⸗
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3 (1800)
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