Staats⸗Revolutionen.74dem Gerichte der Verstockung überliefert, und möchtendie ganze Welt diesem Gerichte überliefern.Längst schon sah man Frankreich den Ton in Euro-pa angeben. Es war also im Plan der Vorsehung, daßdas Uebel woher es kam, auch die Heilung bringensollte: Frankreich sollte auch in dieser grossen, allgemei-nen Angelegenheit der Menschheit den Ton angeben! Dergallische Hahn sollte das Zeichen zum Erwachengeben! Ihr Völker merkt auf! — Bigotterie,Lurus, Schwachsinn herrschten vorzüglich unter denGrossen; sie stunden unter dem Aufklärungsgrade ihrerVölker; sie waren früher ermattet als die Nationen,deren Führer sie seyn sollten! Daher haben die Völkernoch Kräfte, Freyheitswehen zu empfinden, dieden Grossen fehlen. Sie haben nichts als Kabale undFurcht! — Die Grossen mit ihren Schmeichlern ar-beiten überall gleich am Nachlasse der Natur.Sie dorren dahin, und niemand bedauert sie!...Vor 10 Jahren starb der Visionär, dessen Großge-fühle ich bisher darstellte. Die Revolution war nochnicht ausgebrochen, aber Ahndungen, grosse Vorempfin-dungen hatte er davon. Seine Sprache war von derWahrheit gestempelt. Und im Jahr 1789 verließ erdie Welt mit diesem prophetischen Sehersinn. Er sagte:„So manches grosse Reich, das in der Weltgeschichtevorkommt, war durch Würfe von aussen nicht zu er-schüttern; Erdbeben aus seiner Mitte herauf, mußtenes auf seine Höhe heben. Gallia wird dieses Schau-spiel der Welt geben. . . . Wenn aber ein so heftig be-wegter, grosser, politischer Staatskörper seine Richtungnach der Aussenseite bekommt; wenn er dabey noch sofurchtbar kräftig wirkt, so unangefressen vom Wurm der
Druckschrift
Das Wetterleuchten über Europa am Ende des Jahrhunderts gesehen im Jahre 1788 :
(aus den Papieren eines verstorbenen Geistersehers)
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