51Deutschland und die Republiken.Fürstenknecht den Eingang verbeut. Wenn dieSchweizer sich in dieser glücklichen Lage erhalten,so sind sie das glücklichste Volk, das je auf Erdensiedelte. Doch bedürfen sie bey all ihrer weichenRuhe — der aristotelischen Warnung wohl:Schlaf und Unthätigkeit schwächt Tapferkeitund Freysinn. Ihnen hatte ein brafer Landsmanngerathen, eine Nationalschule und ein besseresMilitär aufzustellen, er rief ihnen zu spät zu: „Zugrossen Thaten bereite man sich mit Würde.Vor allem werde unter uns der unbeschreiblicheLeichtsinn, und der tändelnde Geschmack verbannt!Warum so viele Mühe um Männer in Puppenumzuwandeln? Die zwecklose Niedlichkeit, die inunsern Waffen, Montierungen, Haaren, bey Mu-sterungen und Lagern einzuschleichen beginnt, istdie beissendste Satyre auf republikanische Krieger *). — Und, moͤchten auch die Weiber dieſesLandes — nicht durch unrühmliche Nachäffung wei-cher Auslandssitte, ihre Sitten entschweizern!Denn leider kommen überall aus den angesehnstenSchweizerstaͤdten solche Nachrichten nach Deutsch-land, die uns beweisen, daß auch der helvetischeFreystaat an seiner Periode der Umwandlungstehe!*) Hall eines Eidgenossen, St. Gallen 1789.D 2
Druckschrift
Das Wetterleuchten über Europa am Ende des Jahrhunderts gesehen im Jahre 1788 :
(aus den Papieren eines verstorbenen Geistersehers)
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