Druckschrift 
Das Wetterleuchten über Europa am Ende des Jahrhunderts gesehen im Jahre 1788 :
(aus den Papieren eines verstorbenen Geistersehers)
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Deutschland und die Republiken.49in eurer Jugend= und Mannskraft? Was seyd ihrim Lauf der Zeit geworden? Habt ihr eure Vor-rechte, eure ererbte Nationalehre, eurer VäterRuhm durch edlen-Racheifer vermehrt oder vermin-dert? Stillſtehen konntet ihr nicht. — Ach, deralles zernagende Zahn der Zeit, die Einwürkungdes Neides und Uebermuths, des Eigennutzes undder Selbstsucht, haben der Welt eure Schwächeſehen laſſen.Zwar alles schreyt noch bey euch: VaterlandFreyheit, Unabhängigkeit, allgemeines Wohl.Aber fast jeder schont sich selbst, und sucht andre,die wahrhaft edel und groß denken, zu erniedrigenund zu unterdrücken. — Gräulich schwingt die Un-einigkeit jetzt über so manches freye Land ihr Ra-bengefieder, und spricht spottend: Omne regnumin se divisum desolabitur. Jedes Reich, un-eins mit sich selbst, wird wüste.Der Partheygeist, der alles heut zu Tage paralysirt, hat sich bey euch eingeschlichen; daher dasSchwanken und Wogen eurer Entschlüsse. — Wirhaben Staatsmänner, die immer philosophirenund nie handeln; wie elend, wie verächtlich wer-den dadurch sonst groß gewesene Nationen! Ver-flucht von grossen Vätern, denn wir thaten Nichtsfür unsre Freyheit! Der Zeitpunkt unserer Sich-tung rückt immer näher, wo Grund und Fugen