46 Deutschland und die Republiken.Möchten alle Völker, möchten doch die Fürstendie sich Väter ihres Volks dünken — möchte dasganze Menschengeschlecht doch einsehen, daß ohnedich, goͤttliche Freyheit! kein Staatenglück, keineStärke, keine Macht Dauer hat; daß kein Glückund kein Wohlstand der Nationen möglich sey!Sobald die schändlichen Ketten zerbrochen waren,(Holland, Schweiz, die alten deutschen Reichs-städte sind Zeugen!) wie reiche Felder und lieblicheTriften wurden da auf einmal aus den Wüsteneyender alten Barbarey! Der Landmann, der zuvorfür ein gieriges Raubthier schwitzen mußte, arbei-tete nun für sein Eigenthum, für Weib, Kinderund Hausgenossen. Da wurden die Länder ange-baut, die frischen Felder grüͤnten; die freyen deut-schen Städte handelten, erfanden und ersan-nen; das waren Ameisenhaufen, wo Tausendund Tausende aus= und einliefen, und Nahrungund Schätze herbeytrugen! — Da hämmertendie Schmiede; da giengen die Webstühle undSpinnräder; da wimmelten die Kaufhäuser; daflatterten um die Hafen die Segel zu hundert-weise. Alles lebte, alles webte, alles handelte,frey und ungehindert, für Reichthum, Macht,Freyheit und Vergnügen, u. s. w. Da wardie beſte Polizey, da waren reiche Stiftungen fuͤrArme, für Fremdlinge, für Wittwen und Waysen;
Druckschrift
Das Wetterleuchten über Europa am Ende des Jahrhunderts gesehen im Jahre 1788 :
(aus den Papieren eines verstorbenen Geistersehers)
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