44 Deutschland und die Republiken.ihre Bestechungsfähigkeit, ihre auflaurende, spio-nirende Qualitäten zeigen uns hinlänglich, wasdas gute Publikum, dem sie als Blutsauger ange-hängt worden, von ihnen zu fürchten habe; wiees den Nationalcharakter verderben mußte, wie esaber zuletzt doch sich rächet und zum Bruch kömmt,daß Gewalt die Gewalt verdrängt! — Und so istder Schatten von Freyheit, der noch in Deutsch-land im Anfang des Jahrhunderts da zu Hause war,ganz zu Grabe getragen worden!(Das despotische Verfahren der Zollbedienten und Mauthnerist weltbekannt. Wer reist, fühlt diese Zuchtruthe, ist dieserinquisitorischen Gewalt preisgegeben; nur Schurken reisen ge-schwind und glücklich; der ehrliche Mann, der sich auf Ränkeund Bestechungen nicht versteht, wird muthwillig aufgehaltenund überall chikanirt. Nicht nur Waaren des Luxus sind der Be-raubung ausgesetzt, auch dringende Bedürfnisse, für welche maneine Prämie setzen sollte, daß man sie einem Lande das daranMangel hat, zuführt, werden mit der schändlichsten Formalitätaufgehalten und mit grossem Impost belegt. Ich sah Natur-produkte von dem ersien Bedürfniß an Zollhäusern abladen; dieFrachtwagen mußten 3 bis 4 Tage an dem Orte liegen bleibenbis sie weiter konnten; — das Getraide wurde gemessen; But-ter, Flachs, Hanf, Wolle gewogen; — an Hauptpässen, wo solcheMauthner=Raubhölen sind, kommen oft 3 bis 400 Fuhren zu-sammen, und können nicht weiter, ohne daß sie nur für ihrePferde Stallung finden; sie müssen auf den Gassen füttern undübernachten. An andern Orten sah ich die kostbarsten, sorgfäl-tigst gepackten Waarenhallen aufreissen, mit Hacken hinein-stechen; die Kisten und Koffer von den Wagen herabwerfen,als wären sie unter Räuberhänden! — Doch genlug! dasgräßliche Bild des abscheulichsten Despotismus
Druckschrift
Das Wetterleuchten über Europa am Ende des Jahrhunderts gesehen im Jahre 1788 :
(aus den Papieren eines verstorbenen Geistersehers)
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