Druckschrift 
2 (1860) CF - GI
Entstehung
Seite
1003
Einzelbild herunterladen
 

GD. Nr. 2837. 1003

und verschmähte jede kleinliche, trockne und ängstliche Ausführung.Seine Behandlung ist frei, zuweilen flüchtig, hreit und geistreich, seineFärbung warm und kräftig g aber dabei durchsichtig, wahr und har-monisch. Auf Gemälden kommt wohl nur selten ein Monogramm vor,öfter findet man aber die Dachstuben G. V. I). darauf.

G. von Dillis hat auch eine ziemliche Anzahl von Blättern radirt,welche in Portraiten, Vignetten , Studien von Köpfen , Landschaften,Thicren &c. bestehen. Auf solchen geistreich behandelten, und theilsseltenen Blättern findet man das Monogramm, noch öfter aber kommendie Cursiven G J) vor, besonders auf den kleinen Blättern, welchegrösstenteils zu den Seltenheiten gehören. Auch punktirtc , und inAquatinta behandelte Blätter hinterliess dieser Künstler. Graf Rigalbesass 43 Blätter von ihm, und darunter gehören viele zu den geist-reichsten Erzeugnissen dieser Art. Zur Ergänzung des Artikels imKünstler-Lcxicon geben wir hier ein Verzeichniss.

1) Carl Ludwig August, Pfalzgraf bei Rhein, Herzog in Bayern &c.den 25. Juni 1788 gezeichnet und gestochen von G. Dillis. flu Punktir-manicr, und auch farbig gedruckt. Oval, 4.

Dieses seltene Blatt gibt das Brustbild des Königs Ludwig I. vonBayern als Kind.

2) Pius August, Pfalzgraf bei Rhein &c. den 4. Juni 1789 ge-zeichnet und gestochen. Brustbild eines Kindes in Oval, ebenfallspunktirt, und auch in Farben, 4.

3) Brustbild eines Mannes im Mantel mit Federn auf dem grossenhohen Hute, im Gcschmacke Rcmbrandt's schön radirt. Der untereleere Rand ist 1 Z. IL. hoch, und scheint für eine Inschrift bestimmtgewesen zu seyn. Ohne Zeichen und Namen. II. ohne Rand 4 Z. lt L.Br. 3 Z. 11 L.

4) Drei Jäger mit zwei Hundon am Eingänge eines Waldes. Linksim Rande: Üillit inv. et fec, rechts: Wintter exeud. Mo. Rechts obenbemerkt man die No. /. Dieses im Gcschmacke Waterloo's radirteBlatt ist der erste Versuch des Künstlers. H. 5 Z. HL. Br. 4 Z. 6 L.

5) Waldgegend mit einem grossen liegenden Baumstämme. Linksim Rande: G. Dillis f. 1793. In Ruysdaol's Manier. II. 6 Z. 2L. Br. 9 Z.

6) Waldgegend mit einem alten Weidenstamme, welcher sich überden Bach neigt. In gleicher Manier, und ebenso bezeichnet. H. 6 Z. 6 L.Br. 8 Z. 10 L.

Dio Platten zu diesen zwei schönen Blättern hatte Dillis im eng-lischen Garten zu München an Ort und Stelle radirt. Die Aetzdrückegehöreu zu den Seltenheiten.

7) Ein unter Bäumen sich ausbreitendes Dorf, nämlich Giebing,der Geburtsort des Künstlers. Oben links in der Luft: G. üillit f. *7».'i.II. 3 Z. Br. 3 Z. 6 L.

8) Das Jägerhaus zu Giebing, in welchem Dillis geboren wurde.Obon rechts in der Luft: Dillis f. 17!>3. II. 2 Z. 8 L. Br. 3 Z. 10 L.

9) Wilde Gebirgsgegend mit einer Mühle am Wasserfall' zwischenFelsen (Schlcifsteinmühle bei Oehlstädt). Rechts unten in der Ecke:Gt. üillit f- HlOt- H- 6 Z. 8 L. Br. 6 Z. 8 L.

10) Ein hölzerner Steg über einen Canal der Isar bei München.Mit Gebäuden und drei Wäscherinnen am Wasser. Rechts im Randedas Zeichen mit ö Parij Hi06. II. 5 Z. 3 L. Br. 7 Z. 4 L.

11) Dieselbe Ansicht von der entgegengesetzten Seite. Rechts untenauf der Erde das Zeichen mit iOOtt ä Paris. II. 7 Z. 3 L. Br. 10 Z. 9 L.

Von diesem trefflichen Blatte kommen Abdrücke auf chinesischesPapier vor.