G. Nr. 2640. 949
aus Sauval's Papieren über das älteste Mitglied der zahlreichen Künstler-familio Du Monstier, mit dem Taufnamen Geoffroy. Es wird darin ge-sagt, dass er Miniaturmaler gewesen, von Rosso viel bei seinen Ar-beiten gebraucht, sich ganz jene fremde Kunstweise angeeignet, undin diesem Geschmacke verschiedene Blätter, deren zwei mit i648und 154-7 bezeichnet, radirt habe. Auch im Peintre-gravcur I. p. 255spricht Passavant von Geoffroy Dumoustier, aber nur als Radirer, undunter den Künstlern, welche sich in Fontaineblcau unter Primaticcio,Nicolo dcll' Abbate und Rosso gebildet hatten. Bartsch beschreibt unterden Erzeugnissen der Schule von Fontaincbleau No. 8, 9, 31 und 100vier Blätter, welche dem Du Monstier vindicirt werden, Robcrt-Dumosnili'Ugt aber im Peintre-gravcur francais V. p. 33 ff. 18 Radiruugen bei,und eine Anbetung der Hirten und eine Kreuzabnchmung sind ihmentgangen.
Ob G. Du Monstier entschieden für den Verfertiger der Miniaturenin den erwähnten Handschriften gehalten werden könne, lassen wirdahin gestellt, da er 1519 sicher noch ein ganz junger Mann war.Die Manuscripte gehören wahrscheinlich der Schrift und dem Bilder-schmuck nach derselben Hand an, und diese führte ein mit den klas-sischen Studien vertrauter Mann. Wir machen desswegen auf GeoffroyTory aufmerksam, welcher oben No. 2617 eine Stelle behauptet.
2640. Jean Franeois Gigoux. Historien- und Genremaler von Be-r Tl tT*. sanc,on, machte seine Studien in Paris, und trat da gegen\jyw\jrp 1831 als ausübender Künstler auf. Im Jahre 1833 wurdeCx, Ig\ Li sein Gemälde, welches den Tod des Leonardo da Vinci' J vorstellt, mit einer Medaille zweiter Classc beehrt. Gigouxpflegte mit Vorliebe das historische Genre , und es fehlte ihm dabeinicht an Anerkennung, indem er zu wiederholten Malen mit der Me-daille erster Classc beschenkt wurde. Hauptbilder des Meisters, welcheaber gerade nicht einstimmiges Lob erhielten, stellen den Tod desHerzogs von Alenc,on in der Schlacht von Azincourt (1415), den Todder Manon Lcscaut (1847), die Charlotte Cordai, Ileloiso en Bretagne(gest. von Quartley 1838), die Erndte, die Weinlese (1850) u. s. w. vor.Den 4. Juni 1842 wurde dem Künstler der Orden der Ehrenlegion zuTheil. Wir haben es aber hier nicht mit Gemälden, sondern mit Zeich-nungen zur Illustration durch den Holzschnitt zu thun. Die nach seinenZeichnungen ausgeführten Holzschnitte sind zahlreich , und auf diesenwechseln die obigen Buchstaben. Zuweilen kommt auch der abgekürzteName Gig. in Cursivcn vor. Wir zählen hier die von ihm illustrirtenWerke auf.
Hisloire de Gil lilas de SantiUan». par Lesage etc. Vari» , I'aulinIH30, roy. 8. Im Jahre 1838 erschien eine zweite, mit neuen Zeich-nungen bereicherte Ausgabe: Ilistoire de (lil Illas etc. preredee d' unenotice mir V anleur par Ch. Nodiir; ornee de (iOO dessins par Gigoux —,roy. 8. Die Geschichte des Gil Blas. Pforzheim 1831), gr. 8, enthältAbklatsche der Originalplatten. Diess ist wohl auch mit der englischen
Ucbersetzung der Fall : The Advenlures of Gil-ttlas of Saruillane -------
6»/ Th. Smollet. Embdlished ivith fiOO engravinqs on wood, from the ori-ginal designs of Jean Gigoux. London, üebuchel iflSß ff. Die Original-platten wurden auch zu folgender Ausgabe benutzt: Gil Blas de San-tillane par l.esage illustre par J. Gigoux, et Kaiarille de Tormes, traduitpar L. Viardot, illustre par Meissonier. Paris 1tWr>, roy. 8.
Le Livre des enfants, quaninte contes des Vees par Perraull etc.6 Tomes ornes de öOO Vignetles par Grandville, Perlet, Gigoux elc. elc.Paris i03ö, 8.