Druckschrift 
2 (1860) CF - GI
Entstehung
Seite
935
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F Z. Nr. 2609 — 2610. 935

Herrn von einem Engel unterstützt vor. Ein zweites Blatt diesesMeisters zeigt die Abundantia mit zwei Kindern. Es ist FZ. IN.signirt, fol.

2609. Marc Antonio Raimondi hinterliess einen sehr schönenCm GO K"l>ferstich, welcher Mars, Venus und Amor vor-

« -ffi tV$^ st ellt, und von Bartsch No. 345 boschrieben wird.T?2j%I'7j /£ ^S Mars sitzt links, und weiset mit der einen Hand dieVenus zurück, wogegen Amor sich sträubt. Zwischen beiden ist einekleine Baumgruppe, und im Grunde nach rechts bemerkt man einDorf. Alle Figuren sind nackt, zu den Füssen des Mars liegt aberdie vollständige Rüstung und Venus hält eine Fackel in beiden Hän-den. In der Mitte ist das Zeichen des Marc Anton, und auf derHellebarde steht 15011 16 D. Auf einem Riemen des Harnisches isteines der obigen Zeichen, welches wir nach Brulliot I. No. 2093 undZanetti, Cabinet Cicognara No. 254 geben. Bartsch fügt ebenfalls einFacsimilo bei, welches Brulliot als ungenau erklärt, indem er daserste der obigen Zeichen dafür substituirt. Jenes bei Bartsch ist daszweite, und das dritte entlehnten wir dem Catalog Cicognara. Eshandelt sich also immer um das eine und dasselbe Zeichen, welchesdemnach in den jedesmaligen Abdrücken nicht gleich deutlich hervor-treten muss. Wir haben das Blatt nicht gesehen, und müssen dalierdie Beurthcilung Anderen überlassen. Bartsch behauptet, dass in denersten Abdrücken die Venus keine Fackel halte, und auf dem Schildedes Mars das Haupt der Meduse fehle. Brulliot glaubt, dass dieseZusätze von einem Goldschmiede herrühren möchten, welcher durchdas zweite Zeichen seinen Namen angedeutet habe. Marc Anton mussdieses Blatt noch unter Leitung des Francesco Francia gestochenhaben, da es die Jahrzahl 100)1 trägt. Die Zahl Iß mit D deutetwohl an, dass die Platte den 16. Dezember vollendet wurde, alsokurz vor der Abreise Marc Anton's nach Bologna. Die Zeichnungwill man dem Andrea Mantegna zuschreiben. Die Umrisse sind sehrcorreet, aber zu scharf geführt. Die Schraffirungen, welche eng undfein gehalten sind, beurkunden Geschmack und grosses Verständnissder Zeichnung. Für Mantegna stimmt man jedoch nur muthmasslich,und es könnte daher auch der Maler Francesco Zaganelli da ColignolaBerücksichtigung verdienen. Dieser Künstler war mit Marc Anton inder Schule des F. Francia. Auf ihn würde sich das Monogrammdeuten lassen , besonders in der Form des dritten von Zanetti beige-fügten Facsimilo. Der Bflisatz über Z scheint aus ÄCF gebildet zusoyn, so dass man Francetco Zaganelli A Colignola Fccit lesen könnte.Zanetti erkennt die Buchstaben FZSE, was uns nicht einleuchtet.Das Monogramm bei Zanetti ist jedenfalls zu gross, man könntedaher auf Deutlichkeit der Buchstaben schliessen. Uebrigens beweisendie gegebenen Zeichen, wie leichtfertig man es mit den Facsimilesnehmen kann. H. 11 Z. Br. 7 Z. 9 L.

2610. Unbekannter Formschneider, welcher in der zweitenj-. y Hälfte des vorigen Jahrhunderts in Rom thätig war. Eine mit

• FZ. bezeichnete Vignette stellt die allegorische Figur der Kirchemit dem Donnerkeil in Wolken, und unten einen über Büchern liegen-den alten Manu vor. Auf dem von einer Taube und einem Engelgehaltenen Spruchzettcl steht: ,,JVon praevalebunt". Rechts unten istder Höllenrachen. Diese Vignette findet man in einem griechischenBuche von Moncellus über die Evangelien. Es wurde 1788 in Romgedruckt, 4.