634 EMW — EN. Nr. 1696 - 1697.
auf einem derselben die Initialen des Namens finden, wissen wir nicht,sie kommen aber auf Holzschnitten nach seinen Zeichnungen vor, undzwar in S. C. Hall's Book of british hallads. London iö42, gr. 8.
1696. Unbekannter Maler, dessen Lebenszeit die beigefügte Jähr-ig A/T \Ä7 f> •*! -f-r/ir za ' 1 ' bestimmt. In der reichen Sammlungl. iv±. vv . fecu l/uo. dcs IIorrn H w Scl)midt in München sind
zwei Gemälde , welche als Gegenstücke zu betrachten sind. Das einestellt einen alten Mann mit seinem Weibe, das andere einen Pfeifer vor.
1697. Eugen Napoleon Neureuther, Maler und Radirer, geb. zuC&\ r 5 (*£} München 1806, gründete schon vor vielen Jahren seinenl£v /G cFfe Ruf au f einem Gebiete, welches der Phantasie den
/Tpl weitesten Spielraum gestattet. Wir haben ihm schon
i^y. 1853. 184 i j m Künstler-Lexicon X. S. 207 einen ausführ-)b(H'iS ; is^fH^i liehen Artikel gewidmet, und darin ist auch der grösste
p^| 'pT Theil seiner Werke namhaft gemacht. Neureuther ist
Jt* v,* , Lj\. einer der ersten Meister , welche im leichten Spieleder Phantasie die Arabeske behandelten, die Formen der Pflanzen- undThierwelt verbanden, und menschliche Gestalten und Gruppen in geist-reicher Weise damit verwebten. Märchen , Legenden, Romanzen undBalladen wurden unter seinen Händen zum lebendigen Bilde, und erselbst erscheint als Schöpfer in der erdichteten Thier- und Pflanzen-welt, welcher sich menschenähnliche Wesen anschlössen. Viele solchereizende Bilder sind in Aquarellen vorhanden , andere in einfarbigenZeichnungen, und zur Verbreitung im weiteren Kreise dienten ihm dieRadirnadol und die Lithographie. Gemälde in Oel sind in geringerAnzahl vorhanden , aber auch diese gehören zu den schönsten undgeistreichsten Erzeugnissen ihrer Art. Anfangs zeichnete und malteder Künstler Landschaften, auf welchen zuweilen das letzte Monogrammrechts unten vorkommt. Auch das an dieses sich anschliessende Zeichenfindet man auf Blättern mit Compositionen nach Romanzen und Ge-dichten von Goethe, und anderen fröhlichen Liedern. Goethe zollte Neu-reuther's Zeichnungen den grössten Beifall, und daher wählte der Künstlerdie Feder, vim sie auf Stein zu vervielfältigen. Es erschienen von1829— 1840 fünf Hefte unter dem Titel: Randzeichnungen zu Goethc'sBalladen und Romanzen, gr. fol. Derselben romantischen Richtung ge-hören auch die Randzeichnungen zu den Dichtungen der deutsehen Classiker.an. Zwei Theile in sechs Heften. München 1(132- 38, 4. Auch dieseCompositionen sind von Neureuther selbst auf Stein gezeichnet, welchener aber später zur Führung seiner malerischen Nadel mit Kupfer undStuhl vertauschte. Andere Bilder dieses Künstlers sind durch denHolzschnitt bekannt: Der Cid. Nach spanischen Romanzen besungen durchJ. G. von Herder, lllustrirt durch siehenzig englische Holzschnitte (vonThompson, C. Grave, E. Branston, Orrin Shmith u. A.) Stuttgart i(l3!>,roy. 8. Weitere Holzschnitte nach Zeichnungen von Neureuther sindin: Götz von lierlichingen. Ein Schauspiel von Goethe. Stuttgart iflbö,roy. 8. Auf mehreren Lithographien und Holzschnitten , so wie aufspäteren Aquarellen und Zeichnungen kommt das Monogramm, zuweilenauch grösser und mit geringer Abweichung vor. Noch öfter findet manes aber auf Radirungen, welche zu den schönsten Erzeugnissen dieserArt gehören. Wir geben in chronologischer Ordnung ein kurzes Ver-zeichniss derselben, da jenes im Künstler-Lexicon nicht vollständig ist.Von 1847—1856 war Neureuther artistischer Vorstand der k. Porzellan-Manufaktur in München, und desswegen erlitten seine gewohnten Be-strebungen in dieser Periode einige Unterbrechung. Daraus erklärt sichdie Lücke im Verzeichnisse der Blätter. Schliesslich bemerken wir nur