D. Nr. 902. 351
wcndung der dritten Platte durch eigenes Nachdenken verfallen wäre.Herberger 1. c. S. 32 Note 101 will ihm aber die Erfindung der Kunstdes Druckes mit drei Platten vindiciren, da Heller in der Geschichteder Holzschneidekunst S. 75 nur die 1513 von drei Platten gedrucktenKarten des Schott'schen Ptolomäus kennt.
Das gegebene Zeichen, durch welches Dienecker seinen Namenangedeutet hat, findet man nur auf einem einzigen Blatte. Ausserdemkommen noch etliche Holzschnitte vor, auf welchen der Künstler b •" nzeichnete, wie an der betreffenden Stelle zu ersehen ist. I*as aus 11oder ü I bestehende Monogramm steht auf einem Holzschnitte derzweiten Ausgabe des Todtentanzes in vergrüssorten Nachbildungen derLyoner Ausgabe der Todesbilder von Hans Holbein. Diese Copienerschienen unter dem Titel: Todtentantz. DAs menschlichs lebenanders nicht \ Dann nur ein lauff zum Tod etc. etc. Augsburg durch .lobstDenecker. Die erste Ausgabe ist von 1544 (1542), die zweite ohneDatum, aber nicht viel später. Die Ausgabe mit der Jahrzahl 1544hat ein grässliches Bild, welches nicht holbeinisch ist, und wahr-scheinlich von der Zeit getadelt wurde. Der Tod greift mit der rechtenKnochenhand der Buhlerin in das Haar, und stösst mit der linken dasSchwort noch tiefer in ihre Brust. Beim zweiten Drucke wurde dieseVorstellung weggelassen, und durch eine andere ersetzt. In diesemBlatte sitzt das ehebrecherische Paar vor dem Bette, und der Todzeigt ihm Spiegel und Stundenglas. Am Fussgesimse der Bettlade istdas gegebene Monogramm. Im Jahre 1581 erschien ein Nachdruck:Todtentantz \ durch alle Stendt der Menschen \ etc. liedruckt zu St. Gallenbei Leonhart Straub MDLXXXI, 4. Neuere Copien dieses Werkes er-schienen unter dem Titel: Der Todlenlanz oder der Triumph des Todes —von C. H. (Lieutenant von Hellmuth). Magdeburg 1035, roy. 4. Den46 Blättern in Steindruck sind die Verse der Augsburger Ausgabevon 1544 beigefügt. Diese hat nur 42 Blätter, Hellmuth fügte abervier Vorstellungen der Mechel'schen Ausgabe des Todtentanzes vonHolbein bei. Vgl. auch das Monogramm E V H in verkehrter Lage.
Schliesslich bemerken wir auch noch, dass das von Brulliot I.No. 1601 gegebene Monogramm ungenau ist, indem er das / zu deut-lich hervorhebt, wie wir unter dem Monogramm 1) 1 sehen werden.Wer das Zeichen des J. de Negker nicht aus Erfahrung kennt, wirdaus der obigen Chiffre nicht D / herausfinden, sondern ein D mit will-kürlichem Durchschnitte vermuthen, oder geradezu ü f. lesen.
Unter b •" n kommen wir auf diesen Meister zurück. Brulliotglaubt indessen nicht, dass der Träger des obigen Zeichens mit demMeister l) Jl » Eine Person sei, d. h. er will einen Josse Deneckervon einem Josse de Negker unterscheiden. Dafür ist indessen keinGrund vorhanden. Eher könnte man das obige Monogramm für .Tobstde Negker beanstanden, da es nur in der zweiten Ausgabe des Todten-tanzes vorkommt, und vielleicht erst nach dem Tode des J. de Negkerdie neue Platte beigefügt wurde. In diesem Falle könnte man nuran David de Negker denken, welcher eine spätere Ausgabe des Todten-tanzes seines Vaters besorgte.
902. Bernard Milnet ist im ersten Bande No. 1602 als der mnth-a massliche Träger dieses Zeichens angegeben, indem wir
>4k darin den Buchstaben b erkennen wollen. Es wäre in-
£ i^V dessen auch möglich, dass der Buchstabe fc verkehrt er-V M ^k scheint. In letzterem Falle würde für 1!. Milnet wenig^^^^^^ Aussicht vorhanden seyn; wir glauben aber, dass der^^^ nach rechts gebrochene Schenkel des b durch das Herz-schildchen bedingt ist. Das Weitere s. I. No. 1602.