Druckschrift 
2 (1860) CF - GI
Entstehung
Seite
225
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CR. Nr. 591 - 594. 225

daher der Vater dieses Zeichners seyn. Uebrigens hat das Mono-gramm Aehnliohkeit mit jenem des Landschaftsmalers Christian Richter,dessen Name aber doch nicht leicht in Rynvisch aufgehen konnte.

591. Ulrich von Cranach, wohl ein Nachkömmling des berühmten•-y Malers Lucas Cranach, erscheint hier als Kriegs-Ingenieur.

Mft Sein Zeichen findet man auf cilf radirten und gestochenen

-^-^— ' Blättern, welche schwere Geschütze und andere zur Artilleriegehörige Gegenstände vorstellen. Sie gehören in folgendes Werk:Veliciae Cranachianae, oder Virich von Crunach's, weiland Obristen vonGeneral - Ingenieurs Kare und Kunstreiche Fried- und Kriegs - lnvenliones.Hamburg bei Gottfried Schulden. 1672, kl. fol. In der Vorrede heisstes, dass Cranach die Blätter selbst gezeichnet und gestochen habe.Das Monogramm bezieht sich daher auf ihn.

592. Carl Reinhardt, Zeichner und MaleY, wurde 1808 zu Leipziggeboren, und von seinem Vater, einem mittel-mässigen Künstler unterrichtet. Bei ihm vereinig-ten sich Talent und Humor, nur fand er bei seinemlebhaften Geiste nicht die gehörige Ruhe, umersteres vollkommen auszubilden. Reinhardt lebtevon 1838 bis 1854 in München, und malte Land-

_ schatten, welche aber meistens ebene Gegenden

mit hohem Horizonte vorstellen. Sie sind spärlich ausstaffirt, daBäume und Figuren mehr Zeit erforderten, als der Künstler ver-wenden wollte. Eigentliche Genrebilder finden sich aus diesem Grundenicht von ihm, obgleich er Figuren und Sccncn in origineller Weiseauffassen konnte. Diess beweisen die Zeichnungen, welche er zurIllustration der in München bei Braun und Schneider erschienenenfliegenden Blätter lieferte. Von 1850 — 1852 trug er auch zur Illu-stration der Düsseldorfer Monatsblätter bei, theils mit Zeichnungenzum Holzschnitt, theils mit Original-Lithographien, deren dieser Zeit-schrift beigegeben wurden. Von 1853 — 1854 lagerte sich sein Witzim Berliner Kladderadatsch, und in einer zu Hamburg unter demTitel „Asmodi" gegründeten humoristisch - satyrischen Zeitschrift ab.Letztere ging aber bald den Weg des Fleisches, und somit vcrliessReinhardt Hamburg, um in Wien sein Heil zu suchen. Er lebt nochgegenwärtig in dieser Stadt, und beschäftigt sich mit Zeichnungen zurIllustration des Figaro, dessen Tendenz ebenfalls eine humoristische ist.Reinhardt gewann in Wien eine grössere Stabilität, als in den ge-nannten Städten. Seine humoristischen Expektorationen finden Beifall.Auf Blättern der genannten Werke stehen die gegebenen Zeichen, diegrösseren auf Lithographien, die kleineren auf Holzschnitten. Auch dieBuchstaben Cll ohne Verschlingung kommen auf seinen Zeichnungen vor.

593. Charles Regnier, Kupferstecher zu Paris, gehört zu den(R m M? uessten J fitzt leliendeii Künstlern seines Faches. Er stachv F\-. / Cn,:)rV Genrebilder nach Eduard Girardet und andern Meistern.Die gegebenen Zeichen kommen auf Blättern in J. H. von Hefner'sTrachten des Mittelalters vor. Die erste Abtheilung dieses Pracht-werkes wurde 1853 vollendet, und es ist hei ununterbrochenem Fort-gange noch nicht abgeschlossen.

594. Carolus Rex, d. i. König Carl I. von England. Er Hessdie Gemälde und Zeichnungen seiner Sammlung mit einemStempel bezeichnen, welcher auf den Blättern , und auf derRückseite der Gemälde eingedruckt ist. Seine Kunstwerkegingen den Weg der Versteigerung, und daher findet man

Monogrammisteu Bd. II. 15