Druckschrift 
2 (1860) CF - GI
Entstehung
Seite
73
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CI. Nr. 206. 73

zu verstehen, da sich H. Cock als Zeichner nennt. Huber und Rostverzeichnen aber im Handbuchc für Kunstsammler V. S. 82 fünfzehnBlfttter mit biblischer und mythologischer Staffage, mit der Bemerkung,dass sie nach Matthias Cock radirt seien. Allein einige Blätter habendie Jahrzahl iSjüll, und so dürften sie wohl zur obigen Folge ge-hören. Von einem Monogramme finden wir nichts bemerkt, mir dieGrösse ist uns bekannt. II. 8—9 Z. 6 L. Br. 11 — 12 Z. Damit istaber noch immer nicht bewiesen, dass II. Cock nicht nach Zeichnungenseines Bruders M. Cock Landschaften radirt habe. Wir kennen eineLandschaft mit dem Opfer Abrahams, angeblich nach M. Cock. Sieist bezeichnet: //. Cock fecü lütt. II. 9 Z. Br. 13 Z. 5 L. Nachdem Maasse zu urtheilen, könnten zwei landschaftliche Folgen vonihm vorhanden seyn.

Vasaii, Vite &c. IV. p. 297- 99, spricht von Kupferstichen nachMartin Heemskerk, welche nach seiner Ansicht H. Cock gefertigethaben soll. Die Blätter nach Heemskerk sind aber nur als Vcrlags-Artikel desselben zu betrachten, indem sie von Ph. Galle, H. Müller,D. Cooriihacil u. A. gestochen sind. Sic tragen die Adresse des Ver-legers : Cock, oder //. Cork exeud. Auf verschiedenen anderen Blätternfehlt der Name des Stechers, und sie haben nur die Adresse des Ver-legers. Auf keinem einzigen fanden wir aber das gegebene Mono-gramm. Es findet sich aber auch nicht auf dem grossen Friese mitdem l'aradeznge bei der Todtenfeier des Königs Philipp II. nach derSt. Gudulakirche in Brüssel, welchen IL Cock gezeichnet, und Johannesund Lukas Deutecom auf 32 Blättern gestochen haben, unter demTitel : Amplissimo hoc apparatu et pulchro ordinc etc. liieronymus Cockinvenü (469. Dann hat man noch ein anderes Werk von IL Cock,wir wissen aber nicht, ob auf solchen Blattern das Monogramm vor-komme. Es enthält Ansichten von römischen Ruinen und anderenMonumenten mit Staffage, 26 Blätter, unter dem Titel: l'raecipua ali-yuot Uomanae Antiyuitalis Kuinarum lUonimenta , vivin prospeclibus adveri imitationem ajfubrc designata in Florentiis. Antverpia per Hiro. coc.meine maio M.D.IJ. Corel Colinen exeud Cum Caesa. I'rivilcgio., qu. fol.Die spätere Ausgabe hat 59 Blätter.

Obgleich wir nun kein Blatt nachweisen können, auf welchemdas gegebene Monogramm vorkommt, so scheint es für H. Cock dochnicht erfunden worden zu seyn. Kr bediente sich vielleicht desselbenauf Zeichnungen, anscheinlich in Verbindung mit dem A , wie imzweiten Monogramme. Dieses letztere gibt Brulliot I. No. 212 nacheiner Handschrift, des berühmten Kunstsammlers James Hnzard. welcheres auf historischen Zeichnungen vorgefunden hatte. M. ITazard er-klärt aber: CBJ8PIN INVENTUR ANTVKRPIAK, so dass nach seinerAnsicht Crispin van den Broeck die Zeichnungen gefertiget hatte.Dieser Meister bediente sich aber gewöhnlich eines aus C V H be-stehenden Monogramms , und man möchte daher einen Zweifel an derrichtigen Deutung hegen. Indessen haben wir für II. Cock ebenfallsnur eine Vcrmuthung, welche nur das voraus hat, dass das ersteZeiche» von jeher dem IL Cock zugeschrieben wurde. An Jan Collacrtist nicht zu denken, da dieser erst 1 45 geboren wurde. Ks scheinenindessen Kupferstiche mit diesem Zeichen vorzukommen, denn Christsagt, dass um 1600 Jakob de Gheyn Blätter nach einem Monogram-misten C / gestochen habe. Nach seiner Ansicht lebte dieser in denNiederlanden. Er ist vielleicht J. 0. Waudanns oder Woudanus,welcher sich eines ähnlichen Monogramms bediente.

Vgl. auch den vorhergehenden Artikel, die Abtheilung über dieHolzschnitte.