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Mahlerische Ansichten des Rheins von Mainz bis Düsseldorf : mit 3 Kupfern u. 1 Karte
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Welch eine liebliche Mythe , dieser kleine Jupiter,den eine Ziege säugt. Der Kopf des Thiers ruhtim Schofse einer artigen Nymfe, während eine an-dere Nymfe und zwei Satyren den jungen Gott miteiner ländlichen Musik belustigen. Eine schöne herr-lich ausgeführte Idylle, welche Cignani als vierund achtzigjähriger Greis mahlte, und dadurch be-wies, dafs ewige Jugend das Eigenthum des Ge-nies sey.

Correggio^s Christus mit Dornen gekrönt er-greift das Herz allgewaltig. Das tiefe Leiden einerhohen Natur würdig auszudrücken, ist vielleicht dieschwerste Aufgabe für die bildende Kunst, und Ai-legri hat sie hier trefflich gelöfst. Der körperlicheSchmerz kann diesem göttlichen Geiste nichts anha-ben. Es ist ein überirdisches Wesen, und manfühlt, dafs die Qual, die über dasselbe ausgegossenist, etwas geheimnifsvolles sey.

Von diesem Bilde wurde der junge Zinsen dorfso mächtig erschüttert, dafs er sich losrifs von allem,was das Leben ihm Reitzendes darbot , und die Ge-meine der Herrnhuter stiftete.

Eine Madonna von Giulio Romano, dem Bu-senschüler Raphaels! Wer verkennte darin das zart-sinnige , liebevolle Gemüth des Meisters ? Es ist dieJungfrau, die Mutter war, und die Mutter, dieJungfrau geblieben ist. Liebe mildert die himmlische