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Mahlerische Ansichten des Rheins von Mainz bis Düsseldorf : mit 3 Kupfern u. 1 Karte
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ist ein unglücklicher Irrthum , dafs so viele dendogmatischen Gesichtspunkt mit dem ästhetischenverwechseln, und die übersinnliche Welt, wie siesich nach den kirchlichen Vorstellungen imGemüthe gestaltet, mit der Thranlampe der Schulebeleuchten, auch wohl laut über schändlichen Be-trug schreien, wenn sie das zarte Gebilde, welchesFantasie und Ahndung im Liebesverein erzeugten,nicht mit grober Hand zu betasten und fest zu haltenvermögen. Spricht denn die Anmuth und jungfräu-liche Würde in einer Madonna von Raphael oderda Vinci weniger an das Herz, als die Grazie einerVenus Anadyomene? Sind die Engel weniger lieb-liche Dichtungen, als die Genien des Alterthums?Ist der prophetische Geist im Antlitze eines Apo-stels weniger Ehrfurcht erweckend, als in dem Kopfeiner delphischen Priesterin?

Wer freilich den Preis des Lebens gewonnen zuhaben glaubt, weil er mit seinem System im R.einenist, und im Wechsel der Erscheinungen nichts be-merkt, als das Spiel der Formen, der begnüge sich,wenn ihn Zufall oder Absicht in diesen Kunsttempelführen, an den Produkten der flamändischen Schule,von der reichen Speisekammer Snyders an, bis zudem pissenden Bauer von Teniers, und er wirdsich bewahren vor dem Ärgernifs , welches die my-stischen Vorstellungen der italienischen Künstler