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Mahlerische Ansichten des Rheins von Mainz bis Düsseldorf : mit 3 Kupfern u. 1 Karte
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ANDERNACH.

Ich verliefs Neuwied in der dämmernden Frülie.Melancholische Stille lag noch über der Gegend, dienur durch das Geräusch der Ruder unterbrochenwurde. Ain rechten Ufer führt ein freundlicherGang von Pappeln, eine Viertelstunde weit, bis zudem armen aber mahleriscben Dörfchen Ehrlich, beiWelchem die Wied sich in den Rhein ergiefst. Ge-genüber rauscht die Nette aus einer bebuschten,durch einige Mühlen belebten Schlucht hervor, undvermählt sich ebenfalls mit dem königlichen Strome.Es ist ein angenehmes Spiel der Fantasie, bei derMündung eines Flusses dem fernher kommendenLaufe desselben zu folgen; der Geist verliert sichso gern in das Unbekannte, und bildet es nacheignem Gefallen. Diefs ist wohl auch die Ursache,warum die Landschaften von Claude Lorrain mitihren in Duft verschwiunnenden Fernen soviel An-ziehendes haben, und warum wir lieber und länger