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und ist weniger seines Unifangs wegen, als durchden hier überall regen Gewerbi'leifs und den Geistder Duldung merkwürdig, der die verschiedenstenReligionsparteien wie Kinder Einer Familie zusam-menhält. Unwilikührlich wähnt man sich vom Rheinin eine amerikanische Kolonialsladt versetzt; dennman sieht eben das Gewimmel von Menschen ver-schiedner Zungen und Kirchen, eben die allgemeineThätigkeit, wie in den Städten der neuen Welt.
Der weise Geist des vorigen Fürsten Alexandersrief diese Schöpfung in wenigen Jahren hervor, unddie Losung, wodurch er das Wunder bewirkte,hiefs — Gewissensfreiheit! Von allen Gegenden ström-ten nun Katholiken , Lutheraner, Reformirte , Herrn-huter, Mennoniten, Juden herbei, und bauten sichan, und bald blühte die Stadt empor durch Kunstund Handel — allen Rheinstädten zum leider! un-nachgeahinten Beisjiiel!
Neuwied steht kaum ein Jahrhundert, es hatkeine Mauern, aber breite schnurgerechte Strafsenund geräumige Häuser.
Das Schlofs ist ein kleines Gebäude, aber ange-nehm durch seine Lage. Die regierende Fürstin istals eine Dame von Geist und Gefühl bekannt, Eigen-schaften , mit denen man in der grofsen Welt seltenglücklich ist. Ihr häusliches Leben war dornigt,aber sie fand Entschädigung in dem Kreise ihrer