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schof Balduin belagert, und zum Theil verbranntund in Schutt begraben.
In alten Zeiten stand liier auch ein Pallast derfränkischen Könige, unter dein Namen Königshof,wovon man noch einige Ruinen sieht. *) Ein in denRhein ausfließender Bach heifst darum auch nochder Königsbach.
Die Stadt hat ein geräumiges Hospital, eine schönePfarrkirche, und ein paar Klöster. Die Strafsensind eng und düster, die Häuser in einander ge-schichtet , und auch die Sitten der Bewohner habennoch die reichsstädtische Farbe. Sie halten lest aufHerkommen und alte Gebräuche, sogar auf denSchnitt ihrer Kleider. Nur Schade, dafs diese An-hänglichkeit an hergebrachte Formen meistens mehrauf Rechnung eigensinniger Vorurtheile als eines fe-sten, seine Würde fühlenden Charakters zu schrei-ben ist.
Über der Stadt ragt auf einer kleinen Anhöhedas adeliche Nonnenkloster Marienberg hervor,und seine moderne Gestalt macht einen auffallendenGontrast mit den räucherichteii Wohnungen unten.
Bei Boppart bildet der Rhein ein grofses und fastregelmäßiges Bassin, und man sieht sich gleichsam
') Nach einigen Geschichtschreibern gehörte dieser Konigshof«eii Baronen Bayer von Boppart, von welchen einer, Dietrich mitNamen, im Jahr 1549. Bischof von Worms wurde.