sene Klüstor. In der Kirche der Minoriten sah ichbei meiner ersten und zweiten Reise eine Kreuzab-nahme von Diepenbeck, einem Schüler von Ru-bens , der zwar nicht die seltne Kraft seines Lehrersbesafs, aber ihn an Innigkeit und Blüthe der Phan-tasie übertraf.
Eine an der Stadtmauer nächst dem Rhein gele-gene Kapelle bewahrt die . schnudervolle Sage einesvon Juden gemordeten Cliristenknaben , die man aufdie Erfindung eines fanatischen Jahrhunderts schrei-ben würde, wenn nicht der Wahrheit liebendeHontlieun die Urkunden hierüber gesammelt hätte.
Was die politische Geschichte von Oberweselbetrifft,, so übten die Grafen von Schönberg in altemZeiten das Burggrafenrecht über die Stadt, Friedrichder II. machte sie zur Reichsstadt, und Kaiser Hein-rich der YII. gab sie seinem Bruder Balduin, wodurchsie zum Cliurfürstcnthum Trier kam, welches auch,bis auf die neuesten Zeiten, im Besitze derselbenblieb.
Am rechten Rlieinufer, Oberwesel gegenüber,ragt eine jähe , schroffe Felscnwand hervor, die denJVainen Rostein trägt. In diese Wand hat die derNatur alles abtrotzende Menschenhand Stufen einge-hauen , und sie mit Reben bepflanzt, die einen vor-trefflichen Wein geben.
Wenn man von Oberwesel sich entfernt, so lasse