Druckschrift 
Mahlerische Ansichten des Rheins von Mainz bis Düsseldorf : mit 3 Kupfern u. 1 Karte
Seite
53
Einzelbild herunterladen
 

-------------- : 53

der ihrer Hand vollkommen würdig war. Sie hattesich geschmeichelt, bei der Heimkunft ihres Vatersihre Wahl durch ihn gebilligt, und durch seinen Se-gen gekrönt zu sehen, und nun sollte sie dem Gluckentsagen, in dessen Besitz sie sich schon so gewifsund so selig träumte, sollte den Schleier nehmen,sollte sich abwenden auf immer von des Lebensfreundlichen Bildern, und sich mit ihrem liebevol-len Herzen in kalte, todte Mauern verschliefsen.Sie umklammerte die Knie ihres Vaters, flehte,weinte, jammerte, und versicherte liebend fromm,nie werde sie den ihrem Geliebten gethanen Eidbrechen.

Der Aberglaube verhärtet auch ein Vaterlierz.Brömser fluchte seiner Tochter, und stiefs sie vonsich. Zernichtet in ihrem Innersten wandelt sie aufdie Felsenspitze am Rhein wie ein Gespenstrauscht hinter ihr drein der väterliche Fluch ; siewill ihm entrinnen , und stürzt herab in die Flutben.Nocli wähnt sie der Schiffer auf dem Fels schwe-ben zu sehen im Sternenlicht, und zu hören ihrenKlageton, der im Gesäusel der Mitternacht zerfliefst.Der alte Brömser härmte sich über das Loosseiner Tochter, und gelobte, um ihren Schatten zuversuhnen, eine Kirche zu bauen. Aber er vergafsdieses Gelübdes wieder, da weckte ihn einst umMitternacht eine furchtbare Erscheinung ; er sali den