614 ML. Nr. 1965.
Jelzo aber zum Erstenmahl allen Kunstliebenden Malern \ Form-schneidern, Kuplferstechern etc. Auch allen Hunsl- \ verständigenvnd derselben Liebhabern zu Ehren vnd yefal- | len an den Tag ge-geben. Hamburg, bei Michael Hering, Im Jahr 16'2H, fol.
Diese Sammlung hat nicht 129, sondern 12S Blatter von ungleicherGrösse mit verschiedenen Jahrzuhlen von 1570—1583. Die Angabeüber das Werk sind aber wenig zuverlässig. Füssly sen. sagt, M. Lorchhabe eine merkwürdige Sammlung von Kleidcrtrachten in Holzschnittenherausgegeben, vermuthlich jene, welche Lorch 1878 gezeichnet, M<Feyerabendt in Holz geschnitten, und Sig. Feycrabend zu Frankfurtverlegt habe. Die Jahrzahl 1S76 steht zwür auf mehreren Blättern,noch mehr aber haben die Jahrzahlen 1581 und 1582. Wenn daher1576 eine Folge von Costilmen erschienen wäre, so müsste sie einegeringere Anzahl von Blättern haben. Ileinecke, Dictionnaire des gra-vcurs im Artikel des Michel Coxis, nennt auch wirklich: Vhistoire desArabes en 61} estampes, marquies du chiffre de M. Lorich; alleinwir glauben doch nicht an die Existenz eines solchen Werkes, esmüsste denn seyn, dass diese Blätter nach und nach zu einer solchenAnzahl herangewachsen seien, ohne unter einem eigenen Titel ausge-geben worden zu seyn. Sigmund Feyorabend sagt zwar in _der De-dication seiner Ausgabe der „NEuwen Biblischen Figuren von Jo-hann Bocksperger und Jost Amman von i5fi4, dass M. Lorich mitder Gesandtschaft des Kaisers Ferdinand an den Hof des Sultan Soli-man nach Constantinopel sich begeben , und dass er daselbst binnenvier Jahren „viel lobwürdiger Antiquitäten vnd andere fürtrefflicheKünste und Sachen abgerissen und verzeichnet habe", lässt aber dieAbsisht der Publikation eines derartigen Werkes nicht durchblicken.Der Titel des oben erwähnten Werkes sagt auch deutlich, dass es 1626zum „Erstenmahl an den Tag gegeben sei." Diese Ausgabe enthälteine bedeutende Anzahl von türkischen Trachten jedes Standes, über-diess landschaftliche und architektonische Ansichten, Gebräuche, Anti-quitäten &c.
1) Ansicht eines Brunnens mit zwei saufenden Pferden in derLandschaft. Links an einem kleinen Bauwerke das Monogramm. H. 4 Z.9 L. Br. 5 Z. 4 L.
2) Das Wappen des Künstlers. Um das Oval: Melchior Lorichs,oben: Et Ivvante El Conservante Deo. Ohne Zeichen. H. 5 Z. 3 L.Br. 5 Z. 4 L.
3) Das Brustbild des Heilandes. Mit 1570 und dem Zeichen. II. 3 Z.3 L. Br. 5 Z. 1—2 L.
In Verlagswerken des Gerwin Calenius und Johann Quentels kommtebenfalls ein Brustbild des Heilandes in Oval vor. Mit Monogrammund 1570. II. »Vi Z. Br. 2% Z.
4) Landschaft mit verschiedenen Gebäuden innerhalb einer Mauer-einfassung. Ausserhalb derselben sind einzelne Rundgebäude, in derFerne drei Obelisken, rechts eine gothische Kirche mit vier ThUrmeu &c.Mit dem Monogramm und 1570. H. 9 Z. 7 L. Br. 13 Z. 10 L.
5) Ansicht einer bergan sich ziehenden Stadt, vorn die Moschee mitFiguren. Mit dem Monogramme und 1570. H. 6 Z. 8 L. Br. 9Z. 6 L-
6) Eine Moschee mit zwei Thürmcn, links hinter derselben Palästemit Thürmen. Mit dem Monogramm und 1570. H. 6 Z. 7 L. Br.9 Z. 6 L.
7) Ansicht einer Stadt mit einer grossen Moschee und in derFerne eine kleine Stadt auf dem Berge. Mit dem Zeichen 1570. II. 6 Z-9 L. Br. 9 Z. 6 L.