172 T ß. Nr. 853 - 854.
zwischen diesen Sinnbildern) befindet sich das Wappen des Grafen. AmFusso der I'ostaincnto sitzen rochts und links zwei kleine goHügolteKinder mit dorn Zeichen des Todes und der Trauor. Im Unterrandeist eine sauber radirte Schrift:
„Des* Weiland Hochyebornen Gräfin und Herrn Herrn Joh:Reinhardts Grafens j zu Hanau Rieiiek und Zweybrüctcen Herrn zuMüntzberg j Leuchtenba g / und Ochsenstein Erbmarschallcn undüber Vogts zu Strasburg etc. / Gross muth und Siegs stimen / wiederNoth und Todts grimen. Hey Dero Hochherrlichen Leichenbegängnusauss der Epistel St. Pauli an J Timolh: Cap: 4. verkündigt."'
hu rochten untern Eck ist dio Angabe des Künstlers, von derselbenHand radirt. H. 9 Z. 1 L., Br 6 Z. 9 L. Höhe des Plattenrandes1 Z. 9 L.
Wenn der erwähnte «iraf Johann Reinhard der zweite dieses Namensist, so kann das Blatt der Zeit nach von Theodor Boos, dem Maler undKadirer, dessen Blätter nach Bartsch hinsichtlieh der pikanten Wirkungdes Helldunkels bewunderungswürdig sind, nicht herrühren, da GralJoh. Bernhard II 1736 starb und der gonannte Künstlor den Anfangdieses Jahrhundorts nicht erlebte. Auch ist das fragliche Bildniss nichtso vorzüglich gearbeitet, um es dem bekannten Theodor Boos Buaohreibenzu können. Uobrigens handelt es sich um das Produkt eines Malers,der in Hanau oder in Cassel gelebt haben mag. In letzterer Stadt hieltsich Theodor Rooi einige Zeit auf, und violleicht ist der Kadirer desBildnisses der gleichnamig« Sohn desselben. Hanau-Münzberg kam nachdem Tode des Grafen Johann Beinhard an Hcsscn-Cassol und auchdieser Umstand durfte für einen Künstlor in Cassol stimmen. Das (1des Monogrammes am Schlüsse der Kiinstlersehrift fände dann vielleichtim Worte Gasse! seine Erklärung,
853. Francois de Troy, Maler, geb. zu Toulouse 1G45, gest. zuParis 1730. Nachdem er durch leinen Vater Nicolas de'IrOY' J. '^ r "y> ( ' or ebenfalls Maler «rar, in dio Kunst eingeführtJ ' ' worden, kam er in leinen 24. Jahre nach Paris, wo erzunächst durch Porträts, insbesondere bei der Damen-welt, deren Beize er auf alle mögliche Weise zu schmeicheln verstand,sein Glück machte. Seine historischen Arbeiten sind styllos und oftsehr Süchtig behandelt. Auf das Gemälde: Merkur den Argus tödtend,wurde er 1074 Mitglied der Akademie. Man hat von ihm eine eigen-bändige Kadirung mit der Darstellung den Galatalks bei der Leichen-feier der Königin Maria, Theresia, Gemahlin Ludwigs XIV, 1(183.Das Cenotapnlum erhebl sich im Grunde des Blattes und vorn siehtman den Leichenzug. Beclits stellen fünf Prälaten und zwei (üerikormit Kerzen und vor ihnen die zwei Kreuzträger. Rechte nach untensteht: Troy 1. Dieses Süchtig radirte Blatt, von Robert Dumesni] VIIp. 338 beschrieben, ist sehr selten. 11. 392 millim., I!r. 305 millim.
854 Theodor Schlöpcke, Hofmaler zu Schwerin. 1814 daselbst
geboren und m Berlin ausgebildet, bediente sieh auf vor-
|— /T fr | schiedenen Gemälden des ersten Monogrammes, Das zweite
Hv Zeichen findet sich auf einem Titelholasehnitt zu Fr. Reuter'«
\\) plattdeutschen Erzählungen : „Olle Kamellen." Wismar und
■ laiduigslust, Hinstorll'sehe Buchhandlung, 1860, 8°, den
Öohlöpoke gezeichnet hat. Ausser denn aus T. S. bestehenden
'"^Öp Monogramme linden sieh auf dem Blatte noch die Buch-
f 6o Stäben H K - VV lt., wohl das Zeichen des Porinseliueidors
H. 4 Z. 10 I;„ Br. 3 Z. 3 L.