Druckschrift 
3 (1863) GK - IML
Entstehung
Seite
783
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IAGVZ. Nr. 1862. 783

folgendem Titel eingesetzt: Beschreibung des Landes vnd Fürsten-thnmbs Obern und Niedern Baiern sambt den vmbliegenden an-stossen anderer herschaften darinen die Slet, Markt, Cluster, Schlösserauch etlich Dörjfer, gebürg, Waldt, wasserfluss, See, Weyer, vndanders auf das v(eissigest verz-aichnet seyen. Durch PhilippumApianum. Am Ende des kaiserlichen Privilegiums gegen den Nach-druck steht: Absol. Kl Hxcusa lngolstat. Ano Sal. MD LXVJJf.Der ohige Titel und das Privilegium rindet sich auch in den späterenAuflagen. Doch schützte den Apianus kein Privilegium. Peter Weiner,der herzoglich Bayerische Wardein, stach 1579 die Karte in derselbenGrösse genau nach, und zwar auf Befehl des Herzogs Albert. Ph. Api-anus hatte die zweite Auflage seiner Chorographia Bavariae kaumvollendet, als sein Ucbertritt zur Lehre Luthers bekannt wurde. Erverlor desswegen seine Professur an der Universität in Ingolstadt, undmusste 1569 das Land verlassen. Lipowski ist im Irrthum, wenn erim baierischen Künstler-Lexicon II. 212 behauptet, dass Apian eineBelohnung von 2500 Dukaten erhalten habe. Ans den in Westenrieder'sBeiträgen VII. S. 251—280 abgedruckten Urkunden über den Religions-wechsel des Ph. Apian geht hervor, dass dieser keinen Ersatz der Un-kosten erhielt. Für die von Georg Weikmann ausgemalten Exemplare,welche an den Herzog und an die Prinzen gelangten, erhielt er vonder fürstlichen Cammer 200 Gulden ausbezahlt. Aus Apian's Eingabean den Herzogs d. d. 24. Februar 1569 sind jene interessanten Stellenentnommen, welche Heller in der Geschichte der HolzschneidekunstS. 130, nach F. von Aretin's Handbuch der Literatur I. S. 112 bei-bringt. Apian sagt, dass er nicht nur auf seinen Reisen durch dasLand viel eingebüsst, sondern die Ausgaben für Künstler, nämlichReisser, Formschneider, Schriftgieser, llluministen , Maler, dann fürEinrichten, Einkütten, Setzen, Drucken und Papier sein ganzes Ver-mögen verzehrt, und sich in eine grosse Schuldenlast gestürzt habe.Allein Serenissimus beschied, er habe keine Ursache, den Apostatenmit weiteren Gnaden zu beglücken, und was das Lcibgcding, d. h. dieBesoldung als Professor der Mathematik anbelange, wolle er zuvorsehen, wo der Anhänger des lutherischen Glaubens sich niederlassenwerde, und zwar innerhalb der Frist vom 10. März 1569 bis Gcorgidesselben Jahres. Die Entschädigung wies der Herzog entschiedenzurück, liess aber dem Mathematiker bedeuten, er könne seine Un-kosten durch den Verkauf und die Verehrung der bayerischen Mappenwenigstens doppelt wieder einbringen, da diess ein Werk sei, welchesseinen Verschleiss reissend haben werde. Anfangs mag es wohl derFall gewesen seyn, nach dem Erscheinen des Nachstiches durch PeterWeincr dürfte aber ein Stillstand eingetreten seyn, da Apian auch vomSchauplatze ferne war. Er wurde 1569 Professor in Tübingen, undstarb daselbst 1889.

In der erwähnten Supplik an den Herzog Albert von Bayern sprichtApian von berühmten Künstlern, welche er von Nürnberg, Augsburg,und von anderen Orten her berufen habe, um die Zeichnungen zumachen, die Platten zu schneiden, die Matrizen zu fertigen, die Ab-drücke zu illuminiren, u. s. w. Er nennt aber leider keinen mit Namen.Der Herzog hebt gelegentlich hervor, er habe zum Vortheile des Api-anus auch den Maler unterhalten, nennt ihn aber ebenfalls nicht. Diessist wahrscheinlicn der Uluniinist Georg Weickmann, oder Weichmann,welcher die grossen und kloinen Wappen briHant ausmalte, und auchdie breiten Einfassungen mit Schweifwerk, Windköpfen, Blumen undFruchtbüscheln colorirte, so dass diese Karte in ihrer Vereinigung dieZierde einer halben Wand war. Der leitende Zeichner und Form-