614 HS. Nr. 1502-1503.
nackt in einer Landschaft unter dem Baume sitzend vor. Eine zweiteZeichnung, mit den obigen Buchstaben und der Jahrzahl 1091, ent-hält die Fortuna mit schwellendem Segel auf der Kugel stehend. Sieist ebenfalls mit der Feder umrissen und leicht ausgetuscht.
1502. Hans Snellinck oder Snelllnx scheint der Urheber des Ge-I / C) mäldes zu seyn, auf welchem die gegebenen Buchstaben
/ J-CJ • mit der Jahrzahl 1566 vorkommen. Es stellt die hl. Fa-/5~6o • milie mit Engeln vor, welche Blumen darreichen. DiesesBild kommt in einer braun in braun gemalten Bordüre vor, in welcherdie Geburt Christi, der Kindermord, Salomon's Urtheil und die Fluchtnach Aegypten vorgestellt sind. Wir sahen es vor einigen Jahren zuMünchen im Kunsthandel, wissen aber nicht, wo es sich jetzt befinde.Der Name des Meisters konnte nicht ermittelt werden, nach den vonJ. Sadeler und P. de Jode gestochenen Blättern zu urtheilen, könnteaber das Gemälde von Snellinck herrühren. Dieser Meister wurde 1544zu Mecheln geboren, und starb nach Immerzeel 1638. Seine Gemäldesind sehr selten, da er viele Cartons für Tapetenwirker malte.
1503. Unbekannter Formschneider, welcher der Schule des Jobst,/fiS' ox=or=* Amman angehört. Blätter von seiner Hand findet man inH^-S Druckwerken mit Holzschnitten nach J. Amman.
1) Biblia. Das ist: Die gantze Heyiige Schrifft, Teulsch. Docl.Marl. Luth. — — Gedruckt zu Franckfurt am Mayn, bey Joh.Feyrabend. Anno 1560, fol. Vgl. R. Weigel No. 18,332 und C. Becker,J. Amman &c. S. 14.
Diese Ausgabe hat eine Menge von Holzschnitten, und daruntersind solche mit den Initialen H S und dem sich anschliessendenMesserchen, auf welchen aber auch das Zeichen des J. Amman vor-kommt. Einige Blätter schnitt der Meister auch nach Tobias Stimmer,auf welchen das aus TS bestehende Monogramm deutet. Im Jahre 1606erschien zu Frankfurt bei Säur eine neue Ausgabe dieser Bibel.
2) Die Titeleinfassung zu Ancluiranus Quaesliones aureae —.Francofurli, S. Feyerabendt 1501, fol. Die Titelschrift ist in ver-schiedenen Tafeln und Cartouchen vertheilt, und wird unten von derGruppe umgeben, die das Urtheil des Paris vorstellt. Ueber derselbenerheben sich Jupiter auf dem Adler, Neptun auf dem Seepferde, undandere Götter und Heroen. Das Zeichen mit dem Messer zwischenden Buchstaben HS steht unter dem Cartouche mit dem Ortsnamenund der Jahrzahl.
3) Neuw Jag und Weydwerck Buch, Das ist eine gründlicheBeschreibung Vom Anfang der Jagten, Auch vom Jäger, sinemHörn vnd Stimm, Hunden — —. Gedruckt zu Franckfurt am Maynbei Johann Feyerabend, In Verlegung Sigmundt Feyerabendls 1582, fol.
In diesem Werke kommt nur ein Blatt mit dem Zeichen vor, denJäger vorstellend, wie er mit den Hunden auf die Jagd zieht. AndereHolzschnitte sind unbezeichnet.
4) Künstliche wolgerissene Nete Figuren von allerley Jag undWeidtwerk, durch den kunstreichen Jost Amman — —. In Ver-legung Sigmund Feyerabends 1502, 4.
Auch in diesem Werke ist nur ein Blatt mit den Initialen: Wieman auffs Geiägt mit den Hunden zeugt. Derselbe Holzschnitt kommtauch in der lateinischen Ausgabe vor: Venatus et Aucupium Iconibusartificiosissimis ad vivum expressa —. Francofurli 1502; fernerin einer neuen deutschen Ausgabe von 1592, und in: Adeliche Weyd-wereke, d. i. ausführliche Beschreibung vom Jagen — —. Franck-furt 1661.