608 HS. Nr. 1487-1488.
2) Der untere Theil einer Monstranz von schöner gothischer Form.Es ist nur noch der runde Behälter für die hl. Hostie angedeutet,alles Andere sehr vollendet. In der Mitte unten steht das abweichendezweite Zeichen, es handelt sich aber um den einen und denselbenMeister. H. 14 Z. 6 L. Br. HZ.?
1487. Hans Schöpfer, Bildniss- und Historienmaler von München,
H_^ ry ist oben unter dem Monogramm HS No. 14;J0 einge-i&^a^) führt, und wir liefein hier nur einen Nachtrag zum
s ___ _, früheren Artikel. Das gegebene Monogramm findet
dj/f) Hl"" auf dem Bildnisse eines Pinzcnauer in der Gal-
'/S ,5"u lerie zu Schlcissheim. Schöpfer malte mehrere Bild-nisse von Patriziern Münchens, auf welchen entweder das Monogrammoder die Initialen mit dem Schöpflöffel vorkommen. Man schrieb siefrüher dem Hans Schäufelin zu.
1488 unbekannter Kunstschreiner, welcher in der ersten Hälfte
H >v _ ^_^ des 1(>. Jahrhunderts thätig war,
(M/ ^\^x C^ v ' e " e ' CDt ' n Augsburg, oder in
/^y\^\ ^^ einer anderen Stadt Schwabens.
/AX\ 1 J Bartsch (Peintrc-grav. X. pl. 13/ / ./\f\. y — No. I.'i4) schreibt dieses Zeichen%/ l£ zf V jn kleinerer Form dem Hans
Schäufelin zu, es geht aber aus dem von ihm gegebenen Verzeichnisseder Holzschnitte desselben nicht hervor, auf welchen Blättern er dasZeichen gefunden habe. In keinem Falle handelt es sich aber umSchäufelin, da sich dieser Meister mit Musterblätteru zu Wandvertäfel-ungen und anderem architektonischen Einbau im Renaissancestyl nichtbefasst hat. Der Drucker hatte wahrscheinlich Mangel an Papier, dennauf der einen Seite der Blätter in fol. und qu. 4. sind die Dessins fürSchreiner, und auf der arideren historischo Vorstellungen, welche inkeiner Beziehung stehen. Das obige Zeichen entnahmen wir einemHolzschnitte, welcher einen Portikus im Umriss vorstellt. Auf derKehrseite ist eine Vorstellung von Hans Burgkmair, Kaiser Maximilianzu Pferd, abgedruckt. Bartsch fand vielleicht ein solches Muster fürTischler auf der Rückseite eines Holzschnittes von Hans Schäufelin,und nahm desswegeu das Ganze für letzteren in Anspruch, lieber dieLehenszeit des Meisters H S liiäst sich nichts Genaues bestimmen ;man weiss nicht, ob Papier mit. historischen Vorstellungen zu denMustern zuerst, oder umgekehrt benutzt worden ist. Gleichzeitig sinddie Papierseiten nicht bedruckt, da der Grund dafür fehlt. Die Muster-blätter scheinen für ein eigenes Werk bestimmt gewesen zu seyn,welches aber nicht zu Stande kam, da sich kein vollständiges Exem-plar findet. Wir wissen von Blättern mit der Geschichte des ver-lornen Sohnes, mit der Verspottung des Propheten Elisa durch dieKnaben und dessen Himmelfahrt, und ein Blatt mit dem Kaiser Maxi-milian zu Pferd ist oben erwähnt. Dann findet sich auch ein Holz-schnitt, auf welchem ausser dem Winkelmasse mit HS auch die Ini-tialen ffff No 973 vorkommen, so dass also an diesen Musterblätternzwei Künstler Theil haben. Dieser Holzschnitt gibt in Umrissen denportalähnliclien Vorbau einer Wand, in welchem eine Nische für eineStatue, oder ein Waschbecken angebracht ist. Oben in Rundungensind die Künstlerzeichen eingeschnitten. Der Zeichner der architek-tonischen Verkleidungsstücke verriith Bekanntschaft mit italienischenBauwerken der Renaissance-Periode. Seine Blätter sind frei von denUebcrladungen und Seltsamkeiten, wie man sie bei deutschen undniederländischen Meistern in der Mitte des 16. Jahrhunderts findet.