Druckschrift 
3 (1863) GK - IML
Entstehung
Seite
397
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HH. Nr. 1054. 397

Hermann Haffner, Stempelschneider in Nürnberg, geboren 1637,gestorben 1691.

Heinrich Haffner, Stcmpclschncidcr in Nürnberg, geboren 1660,gestorben 17112.

Johann Heinrich Hoffmann, Münzmeister in Nordheim 1671—1676,in Bückeburg 1677, und in Cassel 1680—1681.

Heinrich Johann Hille, Münzmeister in Stralsund 1662, von 1666 anzugleich in Stettin, und von 1692—1693 in Güstrow. Starb 1705.

Heinrich Horst, Münzmeister in Zellorfüld 1711 — 1719. Man findeteinen Jeton mit seinem Bildnisse und Wappen ohne Datum. Er nenntsich Braunschwcig-Lüneburgischer Münzmeister.

1054. Johannes van Hemsen, oder richtiger Hemessen, wurdeTT IT gegen 1500 zu Haarlem geboren, nicht in Antwerpen, wieJ+2 £+2 man gewöhnlich angibt. Der Künstler lebte aber in letz-„ tcrer Stadt einige Jahre, und war 1547 sogar Dekan der

t55>A • St. Lukasgilde daselbst. Doch scheint J. van Hemessenaber nur seine letzteren Jahre in Antwerpen verlebt zu haben, da ihnSchrevelius auch unter den Haarlemer Malern von Ruf aufzahlt. Nachder gewöhnlichen Angabe starb der Künstler 1550, in diesem Fallekönnte ihm aber das Zeichen HH mit der Jahrzahl i554 nicht an-gehören. Sein Todesjahr ist indessen nicht genau bekannt. AuchCh. Kramm, welcher den äusserst mageren Artikel Immerzcel's ergänzt,sagt nur, dass das späteste Gemälde des J. van Hemsen die Jahr-zahl 1500 oder 1555 trage. Das Gemälde mit HH lööb sah BrulliotApp. II. No. 137 a - in der Galleric des Fürsten von Wallerstein zuTegingen. El bildet einen Altar mit zwei Flügeln, welche das Haupt-bild mit der Anbetung der Könige decken. Die Gemälde dieses Meisterssind ziemlich zahlreich, und auch im Auslände zu finden, wie in München,Wien, Paris &c. Er malte meistens religiöse Vorstellungen, in derfrüheren Zeit noch im Sinne der älteren Meister. In diesen Bildernist die Färbung wahr und klar, und die Umrisse sind nicht so hart,wie in den manierirten späteren Werken des Künstlers. Im Verlaufeder Zeit entfernte er sich immer mehr von der älteren Darstcllungs-weise, und lieferte nur mehr religiöse Genrebilder. Von keiner gutenSeite zeigt ihn das Epitaphium der Familie Rockox in der Capcllederselben bei St. Jakob zu Antwerpen. Das Hauptbild stellt das jüngsteGericht vor, ein Conglomerat von widerlich gerötheten nackten Fleisch-massen. J. van Hemessen pflegte überhaupt das Nackte gerne anzu-bringen , welches aber bei meist guter Zeichnung oft im Fleischtonkalt und grau ist. Der besste Theil des genannten Epitaphiums sinddie Portraitc der Stifter, nämlich des Nicolaus Rockox und seiner Frau.Dieser Rockox war 1577 zum letzten Male Bürgermeister, und gelangte1555 zuerst zu dieser Würde. Hemessen kann daher das jüngste Gerichtnicht vor 1555 gemalt haben. Desswogen kann auch das erwähnte Ge-mälde mit //// -/.5.54 der Zeit nach von ihm herrühren, es fragt sichnur, ob es die Kennzeichen seiner Kunst trägt. Wir wissen von keinemzweiten Bilde mit den Initialen des Namens. Der Künstler liess auchletzteren gewöhnlich weg. Aul' einem kleinen Bilde der hl. Familiein der Pinakothek zu München steht: Johannes de Hemessenp. lübl.Rathgcber gibt in den Annalen der niederländischen Kunst S. 263 einVerzeichniss der Gemälde dieses Meisters. Auch Ch. Kramm zähltmehrere Werke auf, und darunter das schöne Bildniss des Jan Mabusezu Wien. Dieser Meister starb 1532 in Antwerpen. Er ist in mitt-leren Jahren vorgestellt, so dass das Bildniss um 1520 gemalt seyn.