Druckschrift 
3 (1863) GK - IML
Entstehung
Seite
333
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HG. Nr. 946-947. 333

Auflage von 1511 schreibt: Heus 'tu insidiator ac alieni laborissurreptor: ne manus temerarlas his nostris operibus inicias! Wirkönnen unter diesem Insidiator ac surreptor alieni operis nur denHieronymus Greif vermuthen, und wenn dieser 1511 nicht mehr gelebthätte, würde ihm Dürer die drohenden Worte nicht zugerufen haben.Wir können daraus auch schliesscn, dass II. Greff das Schneidemesserfortan geführt habe, und wenn er für Grüninger nicht zugleich auchdie Zeichnungen geliefert hat, so könnte er von 1495 an wenigstensdie Holzschnitte zu den Druckwerken desselben ausgeführt haben. DasWerk mit den Blättern, auf welchen das gegebene Zeichen vorkommt,erschien 1518, in einer Zeit, in welcher Greff noch gelebt haben konnte.Die fraglichen Holzschnitte sind im Vergleich mit andern Illustrationendamaliger Zeit untergeordneter Art, da nach 1508 Hans Baidung Grünauf den Schauplatz trat, welcher von jetzt an als der Hauptmeister derGrüninger'schen Offizin zu betrachten ist. Gleichzeitig erscheint derMonogrammist HF No. 896, der sogenannte Hans Kurtenbach, welcheraber eher dem Hans von Frankfurt Platz machen muss. Letztererwar 1516 als Maler bereits im Ausschusse der Zunft zur Stcltzen inStrassburg. Ob er der Sohn des Hieronymus Greff, oder der Bruderdesselben gewesen, können wir nicht bestimmen. Vgl. über ihn undandere Strassburger Künstler Dr. Naumann's Archiv II. S. 148.

Die Blätter mit dem gegebenen Zeichen findet man in Gailer's vonKaisersberg Alphabet in XXIII Predigten. Strassburg, Johann Grü-ninger 1510, fol. H. 3 Z. 1—4 L. Br. 5 Z. 1 L.

1) Ein Mann und eine Frau treten in die Wohnung eines Ge-lehrten, welcher hinter dem mit Büchern boladencn Tische sitzt. Bl. 4.

2) Ein am Tische sitzender Mann giesst den Inhalt eines Bechersauf die Erde, und ein anderer steht vor ihm. Bl. 16.

3) Männer und Frauen hören einem Prediger auf der Kanzel zu.Bl. 37.

4) Zwei Männer gehen einem Narren aus dem Wege. Bl. 27.

Die Platten wurden auch noch später benützt. Man findet Holz-schnitte mit diesem Zeichen auch in Johann Pauli's Schimpf undErnst. Strassburg 1Ö33, und Bern, Math. Apiarius 1542, fol. Inder Ausgabe von 1543 sind viele Holzschnitte der Strassburger, oderder alemanischen Schule. Darunter sind auch mehrere Blätter vonHans Baidung Grien, welche den Beweis liefern, dass unser Mono-grammist mit ihm nicht Eine Person seyn kann.

946. Unbekannter Zeichner oder Formschneider, welcher um 1546-----in Kostock gelebt zu haben scheint. Man rindet sein Mono-

(Jj4 <fl K ramm a,, f einem zwar ziemlich rohen, aber gut gezeichneten'—-— Holzschnitte mit dem Bildnisse des Dr. Johannes Draconites.Letzterer hat eine Mütze auf dem Kopfe, steht hinter einer Brüstung,und hält ein Buch in seiner Rechten. Den Grund bildet Landschaft,worin links ein breiter Strom, rechts eine Kirche sich zeigt. Zu bei-den Seiten des Kopfes steht die Abbreviatur des Namens: 10 DRA.An den Seiten der Vorstellung sind hebräische, griechische, lateinischeund deutsche Sprüche eingeschnitten. Höhe mit der Schrift 3 Z. 8—9 L.Br. 2 Z. 5 — 6 L. Dieses Bildniss kommt auf dem Titel mehrererSchriften des Draconites vor, wie in: GOTTES Verheissungn von ChristoJesu — Das Erst Teil. Doclor Joannes Draconites. M.D.XL1X, fol.

947. Unbekannter Maler, welcher in der ersten Hälfte des 18. Jahr-

t T hunderts in Deutschland thätig war. Brulliot I. No. 2120 fandC*. I sein Zeichen auf Bildnissen, welche nach seiner Ansicht zu^J± den mittelmässigen Produkten damaliger Zeit gehören.