Druckschrift 
3 (1863) GK - IML
Entstehung
Seite
238
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238 IIB. Nr. 708.

da ihn v. Stetton von dem älteren nicht unterschied. Die Spur desjüngeren Burgkinair lässt sich aber noch weiter verfolgen. Th. Her-berger (Conrad Peulinyer in seinem, Verhältnisse zum Kaiser Maxi-milian I, S. 28 Note 87) gibt ein Schreiben des Kaisers Ferdinand 1.vom 11. Dezember ];>!>!), in welchem derselbe an den Rath der StadtAugsburg die Bitte stellt, er möge drin Künstler, der jetzt an Augen-schwärhe leide, und im Alter seinem Handwerke nicht mehr so kräftigvorstehen könne, ein „Ambtll" verleihen. Burgkniair hatte sich bitt-lich an den Kaiser gewandt, und erklärt, wie ineillanill. sein Vaterund Er den lieben Herren, Anherren und Bruedern, Kaiser Maxi-milian r>nd Kaiser Karlen hochloblicher Gedeclilnas mit Mallunyder llarrnasch, desstjleichen dem Etzen zu hilf]' vnnd furstanndlder Platiner vnnd sonst in annder mer we</ ijedienl haben etc.Daraus können wir auch auf den Kunstbetrieb des jüngeren IL Burgk-mair schliessen. Er war Miniaturmaler und Zeichner, und stand mitden Plattnorn oder Waffenschmieden in Verbindung. Er lieferte ihnenZeichnungen zu Rüstungen, und ätzte auf solchen Verzierungen ein.Er gehörte also auch zur Klasse derjenigen Künstler, welche man„Etzmaler" nannte. Auf dem Titel eines Augsburger (leschlechter-Bucbes heisst es, dass die darin vorkommenden Figuren zum Theilvon Burgkmair künstlich in Stahl radirt seien. Diess sind nun wahr-scheinlich die Wappen und Wappcnhaltcr von adolichen Geschlechtern,welche Heinecke im üictionnaire des Artistes erwähnt, aber Bartschübergeht. 11. Weigel schreibt im Kunstkatalog No, 8743 eine Folgevon 23 Blättern dem 11. Burgkmair sen. und H. E. Vogtherr zu. Erbesass erste Drucke vor den Familiennamen und meist vor den Num-mern. Dabei ist ein mit der Feder geschriebener Titel: Wappen undderselben Wappenhai lern einiger Adelichen Geschlechte in des heil.Hörn. Reichs Stadt Auijspiirij.' Diese Wappen sind in Stahl geätzt.Auch das Wappen der Stadt Augsburg ist von ihm radirt. Es trägtseinen und Vogtherr's Namen, und ist mit der Jahrzahl /,545 ver-sehen, fol. Aus diesem Datum ersieht man, dass nicht der alte HansBurgkinair gemeint sein kann, da er 1831 starb, während der jüngereBurgkinair noch lüli'J lebte.

Bartsch VII. p, Uli) beschreibt ein in Eisen (Stahl) radirtes Blatt,welches Venus und Merkur vorstellt. Erstero steht rechts mit einemPfeile in der Linken, und scheint mit der andern Hand den an derFontaine schlafenden Merkur zu wecken. Hechts oben schwebt Amor,und unten ist eine BandroUe mit den Buchitaben //. II. II. ti Z. 8 L.Br. 4 Z. i) L. Der Verfasser des l'eintrc-graveur ichreibt dieses Blattdem älteren Hans Burgkmair zu, weil er den jüngeren nicht kennt.Der Verfertiger ist aber nach dem, was oben urkundlich ermittelt ist,sicher der jüngere Burgkmair, Das Blatt fällt daher in dessen frühereZeit, und es mag eine Zeichnung des Vaters zu Grunde liegen. DerBuchhändler F. X. Stöckel in Wien licss um 1820 neue Abdrückemachen.

Bartsch fasst ferner in 82 Nummern die Ilolzschnittwerke desalten Hans Burgkmair zusammen, und widerstreitet wie immer die An-sicht, dass Burgkmair selbst dal Schneidemesser geführt habe. Dassdieser Meister nicht alle mit //. B. und dem Namen bezeichneten Blätterin Holz geschnitten haben kann, ist jedem klar, denn er hatte mit derAnfertigung der Zeichnungen vollauf zu thun. Nach einer von Th. Her-berger 1. c. Note 88 erwähnten Urkunde hatte er schon 1810 <)2 Zeich-nungen für den Holzschnitt geliefert. Der Maler, der Schreiner unddie beiden Formschueider erhielten damals im Ganzen 113 fl. 24 kr.dafür. Mit den Formschneidern hatte aber C. Peutinger zuweilen Noth.