192 HAC-HAE. Nr. 608-611.
Maler, und nicht Formschneider von Profession war. Unser Künstlergehört der Schule des Tohias Stimmer an, -und lebte wahrscheinlichim Elsass, vielleicht in Mühlhausen. Das Zeichen könnte aus HB Wbestehen, und dann fällt Bocksbergcr ohnehin aus. Wir zählen denTräger dieser Monogramme zu den unbekannten Meistern, und er-wähnen folgende Blätter.
1) Das Bildniss des Johannes Forster, Brustbild im Pclzkleidound mit einem Buche in beiden Händen. Oben rechts ist die Schlangeals Zeichen des Lukas Cranach juii. mit der Jahrzahl 1550 (ISS.)darüber. Links unten in der Ecke ist das dritte Zeichen. H. 6Z. 11 L.Br. S Z. 6 L. Dieses Blatt hat im alten Drucke die Schrift: VitaImago Reverendi Viri Joannis Forstert Sacrae Theologiae Doctoris,Ac Hebraicae Lingvae Professot'is Ordinarii In Schola VVitebergensiAnno MDLVI et Aelatis Svae LXI. Auf der Rückseite ist der Titelseines Werkes: dictionarivm uebraicvm novvm — Autore JoanneForstero Augustano etc. Basileae II DU III. Cautum privilegio Imp.Majest. ne quis imitelur. Eine andere Ausgabe ist von 1SS7.
2) Jloltzkiut.il, verzeichnuss der Figuren unnd neuwen Öfen,von der ersparung der neuwen erfundenen Hollzkunst. Gedrucktzu Mülhausen im oberen Elsass, durch Peter Schmid /5ß4, gr. fol.Mit neun Abbildungen zierlicher Stuben-, Koch- und Bratöfen. DieseBlätter sind mit den übrigen Zeichen versehen.
3) Ein Holzschnitt zum sechsten Kapitel der Apokalypse: DieKönige und Gewaltigen in den Klüften unter dem Fallen der Sterne.Links unten ist das Zeichen des Virgil Solis , rechts auf einem amFusse des Baumes liegenden Schilde jenes des Formschneiders inschiefer Stellung. Dieses Blatt findet man in der deutschen Bibel vonM. Luther. Frankfurt am Mayn bei Cephelius, Rasch und Fcyerabond1560, fol.
4) Ansicht von Tunis: Ruinae Carthaginis. Mit dem Zeichen desR. M. Deutsch und dem vierten der obigen Monogramme.
608. Jobann Adam Delsenbach, Kupferstecher von Nürnberg, be-t»x hauptet unter dem aus den Cursiven A D gebildeten Monogramme
I. No. 38S eine ausführliche Stelle, und wir verweisen darauf.
609. Alexander Carl Heldeloff, Maler und Architekt, geboren zuw Stuttgart 1788, behauptet im Künstler-Lexicon eine ausführliche
IM Stelle, doch reicht das Verzeichniss seiner Werke nur bis 1838.lr-^i. Heideloff war aber auch die folgenden Jahre noch ausserordent-lich thätig, besonders zur Wiederherstellung alter architektonischenDenkmäler u. s. w. In seiner früheren Zeit zeichnete er Gemälde undZeichnungen mit einem aus JJ C bestehenden Monogramme, späterfügte er aber das obige Zeichen bei, da sich des ersten auch andereKünstler bedienten.
610. Eucharius Silber, Buchdrucker und Verleger von Strassburg,T . liess sich in Würzburg nieder, und bediente sich in seinen
Druckwerken eines Signets mit der gegebenen Chiffre. In
r~< dem Werke -.Omnia Campani Opera. Romae 1495, fol., ist
1 i I < ein Holzschnitt mit einer grossen Glocke, auf welcher das
I X X I i Zeichen ebenfalls vorkommt. Man kann annehmen, dass
dieselbe von E. Silber selbst geschnitton sei. Das Monogramm ist zu
lesen; Eucharius Argentinus JJerbipolensis.
611. Ulrich Aesslinger oder Aestlinger, der Sohn des im erstenBande No. 1400 eingeführten gleichnamigen Künstlers,
. 9 war in den ersten Decennien des 16. Jahrhunderts• in München thätig. Er malte für den herzoglichen