Druckschrift 
3 (1863) GK - IML
Entstehung
Seite
173
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H. Nr. SS6 — S60. 173

ausdrückt, was in der gegebenen Copio nicht der Fall ist. Die frag-lichen Kupferstiche stellen die Bildnisse dos Grafen Caspar de Penna-randa und des Prinzen Johann Moriz von Nassau vor, 16!>8. Wirkommen unter II G darauf zurück.

556. Philipp Hermann von Münster gehört zu den vorzüglichstenGlasmalern des 14. Jahrhunderts , sein Name wurdeaber erst in neuester Zeit bekannt. Hcimann's An-denken knüpft sich an die Cathedrale in Metz, welchenoch gegenwärtig Glasmalereien von ihm bewahrt,ganze Figuren von Heiligen im ernsten Style, unterandern im Mittelschiffe zu sehen. Sein Hauptwerk waraber die grosse Rose, oder das grosse Radfenster,welches selbst auf dem jetzt nicht mehr vorhandenenGrabsteine des Meisters Hermann als solches genanntwar. lieber die Leistungen desselben handelt Beginin seinem Werke über die Cathedrale in Metz II. S. 408, und Ar-chivar Dr. Schneegans in Strassburg gibt im Anzeiger für Kunde derdeutschen Vorzeit 18ä8 No. 3 Auszüge aus demselben. Die Gemäldedes Meisters sind abwechselnd mit /' und H bezeichnet. Der obigeBuchstabe, reich verziert in ein Schild gestellt, befindet sich unterdem Bilde der hl. Cathariua. Begin gibt auch die spätere Copie desGrabsteines, nach welcher der Künstler am Festtage der VerkündigungMaria, also den 2S. März, 1392 starb. Die Grabschrift lautet: Ci:demnt: yist: maistre: Hermann: \ li: variier: de: Munstre: en:Waistefall: que: \fist: li: grant: ost: (d.i. das grosse Randfenster) &c.

557. Zeichen eines alten Waffenschmiedes, welcher für denKaiser Maximilian I. einen Helm und einen Turnierharnischzum deutschen Gestech fertigte. Baron von Sacken (die k. k.Ambraser Sammlung S. 114) beschreibt dieses Rüststück. DasZeichen ist auf dem Helme angebracht.

558. Zeichen eines spanischen Tauschierarbeiters oder Gold-schmiedes, welcher urnlüOO thätig war. Man findet es auf einemKürasse des Königs Philipp I. von Spanien, welchen dieser alsPrinz von 10 — 11 Jahren getragen hatte. Dieses Rüststück be-findet sich in der Ambraser Sammlung zu Wien, und wird von Baronvon Sacken (die k. k. Ambraser Sammlung I. S. 117) beschrieben.

Der Waffenschmied war vielleicht der Goldarbeiter Marco Her-nandez, welcher zu jener Zeit in Madrid Ruf genoss. Er hatte einengleichnamigen Sohn.

559. unbekannter Goldschmied, welcher in der zweiten Hälftedes 15. Jahrhunderts lebte. Man findet dieses Zeichen aufeinem Kupferstiche, welcher in der Weise der alten deutschenNiellen behandelt ist. Das Blättchen stellt die heil. Jungfraumit dem Kinde vor, und seheint zu den grössten Seltenheiten

zu gehören. Wir wissen nur von einem einzigen Abdrucke , welchenPeter Vischer in Basel besass. Es fragt sieh aber noch, ob der Buch-stabe als H oder V zu nehmen ist. Die gothische Form des V für Uhat damit Aehnlichkcit, nur dass der linke Schenkel mit der Windunggleich steht.

560. Unbekannter Maler, welcher gegen Ende des I!i. Jahrhun-l derts gelebt hat, und wohl der Familie Herlein in Nördlingcn an-\) gehört. Wir sahen ein kleines Gemälde, welches Christus im

/ weissen Mantel vorstellt, wie ihn links ein Mann zurückhält.C Rechts im Fenster bemerkt man den Pilatus, welcher nach dem