Druckschrift 
3 (1863) GK - IML
Entstehung
Seite
155
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H. Nr. SOI*. 1SS

diesem Falle dio Form des M als // mit einem Striche zwischen denSchenkeln von dem einfachen // nicht streng unterschieden hätte,würde dann der Name 10HANNKS mit letzterem auf dem Gemäldeder Anbetung der Könige bewiesen. Ein drittes Werk mit der Namens-Inachrift ist unsers Wissens nicht bekannt. Erst wenn ein beglaubigtesBild mit dem Namen MEMLING sich findet, in welchem beide M, wieoben das erste Zeichen, geschrieben sind, ist die Lesart MEMLINGstatt HEMLING unabweisbar.

Und dann ist es ja auch noch nicht vollkommen entschieden, obder Künstler ein Deutschor, oder ein Holländer war. Die holländischenSchriftsteller begrüssen ihn allerdings als Landsmann, und zwar unterdem Namen Meinung. Nur Christian Kranim (De Lettens en Werkender holt, en vlaam. Kunschilders —. Amslerd. i057) hält an demNamen Hans Hemling fest, obgleich ihm die Controverse zu Gunstendes holländischen Ursprungs bekannt ist. Hellst der Künstler wirklichMemling, und ist er mit dem Memelingo des anonymen Reisenden unddem Mcmmelinck des v. Blander Eine Person, dann ist der DeutscheHans, welchen Vaernewyck in seiner Chronik von Brügge nebenHugo (van der Goes) und Rogier (van der Weyden) nennt, ein leererName, da man ihm kein Gemälde zuschreiben kann. Adoptiren wirdeu Namen Memling, so ist Hans Uemling von Oonstanz für Deutsch-land verloren. Wir müssen aber an diesen Meister halten, da er imGeschlechtsregister der Hcmling in der Lassbcrgisehen Chronik genanntwird. Hans Hemling wurde nach diesem um I4'.i!l geboren, welchesDatum mit dem jugendlichen Bildnisse des Künstlers von 1402 in l'as-savant's Kunstreise, und dem gereiften in der oben erwähnten Anbet-ung der Könige von 147!) im Hospitale zu Brügge übereinstimmt, wieE. Harzen (Naumann's Archiv I. S. IH) bemerkt. Somit finden wir denHans Hemling von Constanz in Brügge, wo sein Name traditionell ist,nicht der eines Hans Memling. Und vielleicht liegt auch der Nameder Geburtsstadt in dem zweiten , auf dem Gemälde der Vermählungder hl. Katharina im Spitale St. .Tuns zu Brügge vorkommenden Zeichen.Das Bild liess allerdings ein Jan Florcins fertigen, und es ist auchdie l'ortraitfigur desselben beigefügt; wer sagt uns aber mit voller Ge-wissheit, dass das Zeichen wirklich die Initialen seines Namens ent-halte? Man kann zwar / F darin vermuthen, es bleibt aber dabeidoch noch der untere Winkel unerklärt. Wir können eben sowohl / Klesen , und dann wäre Johanns von Konstanz nicht sehr ferne. Indiesem Falle ist er aber von einem älteren Maler dieses Namens zuunterscheiden, welcher gleichfalls in Brügge lebte, und vielleicht alsOnkel unsers Meisters erscheint. Diesen zweiten Hans von Konstanzhat Leo de Labordo aus den Burgundischen Archiven zu Lille ansLicht, gezogen (Les Ducs de Bourgogne II. I. p. 200). Er kommt inden Rechnungen des Herzogs Philipp des Guten vor, aber nicht unterdem Namen Hemling oder Memling. In den Jahren 1424—142!> wurdeer von Brügge nach Paris berufen, um die Garderobe für den Herzogvon Glouccster einzurichten. Dieser Meister Hans ist der Zeitgenossedes Jan van Eyck, welcher mit demselben in Philipps Dienste trat.Der Meister Hans könnte von J. van Eyck nach Brügge gezogen wor-den soyn, wo er der Deutsche blieb, selbst im Falle er daselbst ge-boren wäre. Und man nimmt auch an, dass Hemling oder Memlingzu Damme bei Brügge das Licht der Welt erblickt habe. Die FamilieHemling ist einmal eine deutsche. Sie ist in Konstanz constatirt, undein anderer Zweig sprosste in Bremen. Wir wissen dieses aus derChronik des Gerh. Rynesberg von Bremen, welche Lappenberg heraus-gegeben hat. Ein Maler dieses Namens kommt zwar im Geschlechts-