Druckschrift 
1 (1858) A - CF
Entstehung
Seite
786
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786 BF. Nr. 1815 — 1817.

1815. Carl Friedrich Böser, Maler, geb. 1812 zu Halbau in Rhcin-u. preussen, machte seine Studien an der Akademie in Düsscl-

t_j doi'f, und gehurt seit mehreren Jahren zu den renommirten/"^ Meistern der Schule. Kr malt Bildnisse und Genrebilder,/ i welche eben so ansprechend, als zierlich behandelt sind.-*• — ' Einige Gemälde und Zeichnungen tragen das Monogrammdes Künstlers. Zu seinen früheren, aber trefflichen Gemälden gehörtdas Vogelschicsson der Düsseldorfer Künstler in der Wolfsschlucht1844. Dieses Bild erwarb der General - Consul Böcker in Düsseldorf.F. llanfstiingl hat es lithographirt, qu. imp. fol. Es ist ein Er-kliirungsblatt beigefügt.

1816. Friedrich BischOff, Maler, wurde 1819 zu Ansbach geboren,

Bund auf der Akademie in München zum Künstler heran*T) gebildet. Er machte ernste Studien in der Historienmalerei,IrS und seine früheren Bilder sind auch dem Kreise der Gc-' schichte und der biblischen Urkunde entnommen. Später

zog er das Genre in seinen Bereich, wählte aber seinen Stoff nichtaus der niederen Schichte des Leben». Seine Werke haben immereine höhere Bedeutung, und die meisten kann man als historischeGenrebilder ansprechen. Der Kunstverein in München hat mehrereGemälde dieser Art zur Verloosung angekauft, und sie gingen daherin verschiedenen Besitz über. Kleinere Gemälde, Skizzen und Zeich-nungen sind mit dem Monogramme des Künstlers verscheu, auf grösse-ren Werken steht der Name desselben.

1817. Friedrich Brentel, Miniaturmaler und Radirer, wurde nachjr-, der gewöhnlichen Angabe 1590 zu Strassburg geboren, allein erUi erscheint schon 1601 als Bürger der Stadt, und somit muss er

schon vor 1580 geboren worden seyn. Brentel malte Bildnisse,und fertigte auch viele Zeichnungen, deren er selbst in Kupfer radirte.Er führte die Nadel mit grosser Leichtigkeit, und lieferte Blätter,welche eben so interessant als selten sind. Wir zählen daher zur Er-gänzung des Artikels im Künstler -Lexicon einige auf. Der Künstlerstarb zu Strassburg 1651.

1) Abconterfetlung, dess Durchlauchtigsten, Hogebornen Fürsten vndHerrn Herrn Johann Friederichen, Herzogen zu Sachsen, wie Er in seinemFeldlager gangen ist. Stehende Figur in Rüstung mit dem Schwerte,als Verfechter des Protestantismus. Seine Füsse sind in Dornen ver-wickelt, und umher bemerkt man verschiedene Thiere, einen Drachenmit der Tiara, einen Wolf mit dem Cardinalshut, einen Storch initder Bischofsmütze u. s. w. Im Rande sind die ProvinzialwappenSachsens angebracht, und im Hintergrunde breitet sich das Lager vorder Stadt aus. Oben steht: Mullae tribulationes Justorum et de his otn-nihus liberabit eos Dominus. Psal. XXXIV. Unten ist ein Gedicht i»24 Distichen aufgedruckt: Der Durchleuchtigst Fürst Hochgebohren IHerzog Johan Friedrich erkohren \ etc. Links unten: 1609 F. BrentelHöbe'der Vorstellung 14 Z. 10 L. Br. 12 Z. 6 L. Die Ueber- undUnterschrift ist auf einen Papierstreifen gedruckt, und man findet sienur selten angeklebt. Das Blatt ist aber im Allgemeinen sehr selten,und das Hauptwerk des Meisters.

2) Michael Polier, Philosophi Hermetici clariss. Effigies vera aet-suae 64. Ano 16211. Das Brustbild dieses Medicus von Dortmund istzart wie Silberstich, von Michel Lasne gearbeitet. Die reiche Ein-fassung mit dem eingeklebten Bildnisse ist dagegen von F. Brentelradirt. Oben bemerkt man einen Engclchor, zu den Seiten David und