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1 (1858) A - CF
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782
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782 BERN. Nr. 1803.

Umbrischen Schule haben wir im Künstler - Lexicon XI. S. 328 einenausführlichen Artikel gewidmet, und zwar auf den Grund der neuerenCritiker, an deren Spitze Baron von Rumohr steht. Das Hauptwerküber Pinturicchio in italienischer Spruche ist jenes von G. B. Vermi-gliolo: Di Bernardo Pinturicchio Pitlore Perugino. — Perugia id'-il-Mit dem Bildniss des Künstlers. Er zeichnete in obiger Weise einigeGemälde, gewöhnlich mit Beifügung der Jahrzahl. So ist auf dem schö-nen Bilde des Jesusknaben im Tempel in einer Capelle des Domeszu Spello die Jahrzahl MDCCCCC1 beigesetzt. In diesem Gemäldebrachte Bernardo sein eigenes Bildniss an, und documentirte es durchden Namen.

Man nimmt gewöhnlich an, der Künstler habe den Beinamen Pin-turicchio von seiner kleinen Gestalt bekommen, so dass wir im Deut-schen „Malerlein" sagen müssten. Allein damit stimmt das WortPictoricus nicht, welches eher auf eine grosse Handfertigkeit und tech-nische Bravour deutet. Und wirklich bemerkt man in seinen späterenWerken ein gewisses handwerksmässiges Treiben, welches er wohl denGesellen nachsah, da ihn der Gewinn leitete. Seine früheren Werkebieten aber grosse Vorzüge, und sind Erzeugnisse eines gesunden,frischen Lebens. Es gehören ihm indessen nicht alle Bilder an, dieihm zugeschrieben worden. Er hatte einen Zeitgenossen, welcher sichebenfalls Bernard ino Perugino nannte, wie dies aus den Notizenbei Vermiglioli erhellet. Dieser Schriftsteller fand seiner in Docu-menten von 1498—1524 erwähnt, und er zählt Werke auf, welche demzweiten Bernhard von Perugia angehören. Die Bilder dieser beidenMeister sind aber nicht sehr schwer zu unterscheiden. Pinturicchiooffenbaret selbst in seinen schwächeren Werken noch mehr Sorgfaltund Eleganz der Zeichnung, eine grössere Anmuth der Bewegung undFeinheit der Charaktere in den Köpfen, als sein Zeitgenosse. DieKöpfe in Pinturicchio's Gemälden haben immer Aehnlichkeit mit jenendes Pietro Perugino, der Gcgenfüssler steht aber diesem Meister fern-Das Colorit des Letzteren ist eintönig und geht in's Braune, Pinturic-chio's Gemälde sind dagegen von frischer, klarer, ja brillanter Färbung-

1803. ANO DNI MCCCCLXVIII. Ja £ m-gg

BERNARDVS. PINXIT. ME. Kupferstecher und

QVEM. FLORENTLE FINSIT. g^ÄÄ

sass nach Brulliot III. p. 159 einen Hausaltar mit Malereien, derenVerfertiger sich Bernardus nennt. Metzger erkannte darunter denBernardo Orcagna, anscheinlich den Bruder des Andrea, über welchenwir, sowie über dessen Familie, unter „ANDREAS CIONIS" Nach-richt gegeben haben. Man weiss jetzt mit Sicherheit, dass Andrea1376 starb, und somit konnte sein Bruder Bernardo ihn nicht umviele Jahre überlebt haben. Von diesem kann also das Altärchennicht herrühren. Andrea di Cione, welcher irrig Orgagna genanntwird, hatte aber einen Sohn, Namens Bernardo, doch kann auch dieserMeister den Altar nicht gemalt haben, da er 1468 fast 100 Jahre altseyn musste. Ein dritter Maler, Namens Bernardo, ist in der FamilieCione nicht bekannt, und somit fällt Metzger's Bernardo Orcagna von1468 weg, wenn die Jahrzahl bei Brulliot richtig gegeben ist. Essteht indessen No. 69, wo dieser Schriftsteller über Andreas Cionishandelt, 1457 statt 1357, und somit könnte MIH.JCCLXVH1 zu setzenseyn. In diesem Falle würde Bernardo di Cione, der Bruder des An-drea di Cione, eintreten.