B. Nr. 1554-1556. 685
B.
1554. Sebald Baumhauer, oder Hans Beham? Ia der churfürst-licheu Gallerie zu Hessen-Cassel befindet sich nach Brul-liot II. No. 2807 ein Gemälde von 1507, welches Christusvorstellt, wie er der Magdalena erscheint. Früher wurde
. dieses Bild dem A. Dürer zugeschrieben, so dass wir einWerk der früheren fränkischen Schule vermuthnn müssen. Es wäredaher möglich, dass der Verfertiger desselben in Nürnberg gelebt habe,Bad dass diess Sebald Baumhauer sei, der Kirchner von St. Sobald,welcher nach dem 1499 erfolgten Tode des Andreas Baumhauer in dasAmt eintrat. Die Baumhauer standen mit der Familie des alten Gold-schmiedes A. Dürer in freundschaftlichem Verhältnisse, und waren Maler.In der Dominikanerkirchc zu Nürnberg ist von Sebald Baumhauer einegrosse Tafel mit Darstellungen aus der Passion, und der Unterschrift:1&13. An Sant parlheXmes abent. Albrecht Dürer rühmte diesen So-bald Baumhauer, und es ist daher anzunehmen, dass er im Sinne desgenannten Meisters die Kunst geübt habe. Nach v. Murr starb Baum-hauer 1517.
Sollte indessen das Monogramm aus den Buchstabon // ß bestehen,80 könnte Hans Beham dafür eintreten. Dieser Meister arbeitete zuAnfang des 16. Jahrhunderts in Nürnberg, und malte Bildnisse undhistorische Darstellungen.
1555. Domenico Tibaldt? Brulliot I. Nr. 779 sagt, dass er diesesA Zeichen auf einem Kupferstiche des Domenico Tibaldi gefunden
./ habe, er könne aber keine, Beschreibung desselben geben, da
*"" ^"^ ihm die handschriftliche Notiz zu Verlust ging. — Bartsch
_J P. gr. XVIII. p. 10 verzeichnet neun Blätter von Tibaldi, glaubt
j aber, dass damit die Zahl noch nicht voll sei. D. Tibaldi trieb
J - - ^ bekanntlich auch einen Handel mit Kupferstichen, und hatte
Sl ch dabei der Unterstützung des Agostino Carracci zu erfreuen. Das
gegebene Monogramm könnte daher als ein Verlagsneichen zu betrachten
sp yn, besonders wenn man TU vermuthen wollte. In diesem Falle ist
es „Tibaldi Bononiensis" zu lesen. D. Pellegrini, genant Tibaldi, wurde
1541 zu Bologna geboren, und starb 1583. Agostino Carracci arbeitete
naher für ihn als junger Mann.
1556. BemardO dl Mariotto? Unter diesem Zeichen führen wireinen alten italienischen Kupferstecher, oder Goldschmied ein,dessen Thätigkeit zu Anfang des 16. Jahrhunderts fällt. Mankennt ein Blatt von ihm, welches ein auf dem offenen Grabe
schreitendes Skelett vorstellt. FjS ist von einem langen Bande umgeben,auf welchem aber keine Schrift sich zeigt. Neben dem Grabe liegt einpHt einem grossen Kreuze bezeichneter Stein, und in der Mitte untenls t der Buchstabe B. H. 2 Z. 6 L. und 3 L. Hand. Br. 1 Z. 10 L.
Der Stecher dieses Blattes ist vielleicht der Goldschmied Bartolomeo,!"? r Sohn des Malers Mariotto von Florenz. Mariotto's Vater war der■Maler und Goldschmied Bernardo detto Nardo, ein Sohn des bekanntenAndrea di Cione, detto Orgagna. In dieser Familie war die Goldschmiede-