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Anhang.
schickliche Zeit in den Verfassungen der Schweiz von de» Regierungen die mindeste Aenderung zu gestatten, solches müsse aufbessere, ruhigere Zeiten verspart werden u. s, w. Entschlossenheit werde Frankreich imponiren und man könne sich daraufverlassen, Frankreich werde die Schweiz nicht mit den Waffen angreifen," Euer Gnade» können sich leicht denken, welch' eineAufgabe es für uns Repräsentanten ist, gegen solche Gesichtspunkte aufzutreten. <ls> jj LS. Januar. Zwei Schreiben von demLandvogt zu Lausanne, das eine an den Commandanten der deutschen Truppen an der Grenze, das andere an den GeneralWeiß enthalte» die dringende Forderung, diese Truppen nicht weiter anrücken zu lassen, da die Franzosen bereits eingerückt seien.Das Merkwürdigste bei diesen Schreiben war, daß der Landvogt unter seiner Unterschrist das Siegel beirückte und hingegendie Briefe mit dem Siegel des Comite Central verschlossen waren, woraus man schließen muß, daß der Herr Landvogt bereitsnicht mehr seinen freien Willen habe. Daß Rhön bei dem französischen Residenten in Genf förmlich den Einmarsch der fran-zösischen Truppen anvcrlangte, vernimmt man heute Morgen. Von Seite der dortigen Clubbisten sei dem dafigen HerrnLandvogt erklärt worden, man könne ihm nur noch wenige Stunden für seine Sicherheit bürgen und wirklich benützte er dieseZwischenzeit, um sich und seine Familie in Sicherheit zu sehen, ungeachtet sein Muth und sein Benehmen bis auf den Augenblickder Entfernung nur zu cxaltirt gewesen und er wahrlich auch von den Beamten war, die in dieser Landschaft der Regierungwenig Anmuth erwarben. Zu Lausanne ereigneten sich die fürchterlichsten Auftritte. Der Herr Landvogt ist arrctirt, dasSchloß in Händen der Insurgenten, die Bürgerschaft unter den Waffen, der Frciheitsbaum aufgerichtet, alle Wappen derRegierung sind abgerissen, zerstört, der Postwagen ist arretirt, alle obrigkeitlichen Depeschen sind eröffnet und zurückgehalten,ein Fäßlcin mit Geld, bestimmt für die welschen Truppen, ist zu Händen genommen und so auch über alle und jede öffentlichenund obrigkeitlichen Casscn Hand geschlagen worden und sie sind in ihre, der Clubbisten Verwahrung gekommen. In Vevcy istder Landvogt nebst dem Amtsstatthalter gleichfalls arretirt, die Artillerie aus dem Schloß Chillon nach Veveh abgeführt, undalle und jede Communication mit dem Schloß unterbrochen, wie auch mit dem landvögtlichen Schloß in Veveh. Bei allendiesen, Euer Gnaden! innigst kränkenden Anzeigen kann ich hinwiederum die beruhigende mitthcilen, daß die heutige, beim Eidbefummelte Räth- und Burgerversammlung sich würdig, kaltblütig und in ihrer Schlußnahme vorsichtig und klug benommenhat. lt!>> jj Ich übersende Ihnen eine Copia von dem Schreiben des H. Standes Bern, welches Junker Statthalter heute gleich-lautend wie sein Herr College erhalten hat. Man weiß in der That nicht, ob es Spott oder Ernst sein soll, und doch erweckendergleichen Sachen Eifersucht bei gewissen Leuten. Es lautet so: „Sowohl aus dem von Unser» in dem Welschland gewesenenfürgeliebten Miträthen und Standcscommittirten Uns heute abgestatteten Rapport, als auch aus der von Euer Tit. in Schriftverfaßten, umständlichen Relation haben Wir Euere diesfälligcn klugen Bemühungen und eid- und bundsgenösstschcs Bestreben,Ruhe und Ordnung in diesem Land wieder herzustellen zu Unserer innigsten Danksverpflichtung vernommen. Es ist Uns diesesalles ein abermaliger höchst schätzbarer Beweis Euerer steten, wahr eidgenössischen Thcilnahme an allem demjenigen, so dasBeste der L. Eidgenossenschaft überhaupt und die gegenwärtige Lage Unserer Landen insbesondere ansehen kann. Wir zweifelnauch keineswegs, daß dieser von Unserm werthen Eid- und Bundsgenoß gethane Schritt und bescheinigte Thcilnahme an derBeruhigung dieser Landschaft nicht ohne gedeihliche Wirkung verbleiben und dazu vieles werde beitragen können. Indessen abermachen Wir es Uns zu einer bcsondern Pflicht, Euch Tit. Unsere lebhafteste Dankbarkeit für Euere mit so vieler Bereitwilligkeitunternommene Reise, und Euere mit ausgezeichneter Vaterlandsliebe gethane kluge Verrichtungen, denen Wir Unfern gänzlichenBeifall ertheilen, hicmit zu bezeugen." >s> jj 26. Januar. Das schöne Gewebe von beruhigenden Neuigkeiten und tröstlichenHoffnungen war mit einmal zernichtet, und man mußte in der großen Rathvcrsammlung wohl das ganze System, welches aufdiesen leichten Grund gebaut gewesen war, wieder ändern. — In der Grafschaft (sie) Neuenburg sind im Laufe der Woche alleHuldigungen und wie man sagt zur größten Satisfaction ausgenommen worden, und doch will man nicht für das weitereSchicksal dieses Landes bürgen. is> jj 27. Januar. Die Revolution im ganzen Pays de Vaud ist vollendet, sogar in Averdunund Romainmotier, wo das Volk noch am besten gestimmt war, war es das Werk einer Viertelstunde. — Durch das ganzeLand ist der Freihcitsbaum ausgerichtet und wird die grüne Cocardc getragen; man soll sich geradezu keinen Begriff von derExaltation aller Köpfe machen können. Die lemanische Republik ist erklärt nnd das Comitv Central führt die Geschäfte bisder Convent zusammenberufen ist. — Die Emigration aus dem Pays de Vaud von Fremden aller Art, sowie von Franzosenund Genscrn, die sich besonders in Lausanne etablirt hatten, dauert noch immer fort. Man rechnet nach einem mäßige»Ueberschlag, daß dieser letztere Ort allein monatlich siebentausend Louisdor verliere. — Die hiesige Bürgerwache zeigt viele»Eifer. Auch die bloß cinsäsflgen Bürger, deren es, wie Sie wissen, hier viele und sehr angesehene gibt, wurden nach einemkleinen Widerstand, im Ganzen mit viel Bereitwilligkeit, in das Corps ausgenommen. ls> jj 27. Januar. Von den Gesandt-schaften in Aarau sollen, wie eben berichtet wird, einige zurückgeblieben sein und es wird gewiß das Möglichste gethan werden,die bereits abgereisten wieder zurückkehren zu machen. Das Bedürfniß dafür ist gewiß wichtig genug. Täusche man sich nicht,daß es nur um die welsche Landschaft und den Schutz ihrer ausgcbrochenen Revolution zu thun sei, in wenigen Tagen werdendie Absichten der Franken, die sich in der Nachbarschaft in allen Gegenden mit jedem Tag verstärken sollen, deutlich genug sichdarstellen und die Gefahr der Hauptstädte Bern, Freiburg und Solothurn in vollstem Maße eintreten. Verwände, wie die