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Angelo Polizianos Tagebuch (1477 - 1479) : mit vierhundert Schwänken und Schnurren aus den Tagen Lorenzos des Großmächtigen und seiner Vorfahren
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So wie Polizian bringen das Sprichwort Florio II 207 (s. 209), Monosini 313, Buoni,Thesoro, 1 54 (nach diesem Serdonati, 1 133"), Varrini 218, Lena 81, Giusti 220, Qianin° 165 und Franceschi 311; vgl. auch Wander, I vo. Esel n° 420 und 469. Bandello,der es in der 2. Novelle des 3. Teils als Abschluß verwendet, gibt im Widmungs-brief zur 29. Novelle des 2. Teils folgende Erklärung: .... so geht es ihm (dem kin-disch gewordenen Greise, der sich ein Salomo dünkt) wie dem Esel, der seine langenOhren für große Geweihstangen und darum sich für einen Hirsch hielt; bei demGrabensprung aber, wo er in die Tiefe fiel, wurde eres inne, daß er ein Esel war."Groß ist die Zahl der Varianten des Sprichworts: der Pistoia sagt (141): Date alproverbio fede: Quel che saltar col cervio vuol far pruova, un asino nel cimento siritruova, Buonaggiunti 5 (= Gotti 13) hat die Form Chi asino e, et cervo esser sicrede, fa la zuppa nel paniere, Pescetti 18 a ändert den Nachsatz in perde l'amico edanar non ha und fügt bei: disse Mescolino da Siena; Gotti 33 korrigiert diese Fas-sung, die ein Zitat aus Aretinos Cortigiana, a.4, sc.4 darstellt, und Adimari 274 kürzt

Si dlscuopre alle pruovaI'Asino, e'l Ctrvo . . .

Florio II 324 und nach ihm Pescetti 17t> und Lena 566 haben Se il buffalo destrieresser si crede, al saltar della fossa se n'avvede, und den Vogel schießt Strafforelloab, der (III 732) zitiert: Chi e vecchio ed esser non lo crede AI saltar della fossa e'sen' avvede (fast identisch mit Franceschi 57).

Bocca baciata non perde Ventura; anzi rinuova, come fa la Luna. Pro-verbio del Boccaccio, nella novella della figliuola del Soldano.

Geküßter Mund büßt nichts ein, sondern erneut sich wie der Mond. Sprich-wort Boccaccios in der Geschichte von der Tochter des Sultans.

Die Quelle Polizians war, wie er selbst angibt, die 17. Novelle Boccaccios, die mitdieser Sentenz schließt; vgl.Novati, XVIII 128, Cecchi, // diamante, a.3, sc. 7 (I 127):Non sai tu quel bei proverbio Della bocca baciata?, Florio, II 204, Serdonati, I95t>,Franceschi 20.Selbstverständlich beruht der Goethesche Zweizeiler (in Sprichwörtlich)

Neu-Mond und geküßter Mund

Sind gleich wieder hell, und frisch und gesund

auf dem Spruche, wie ihn der Dekameron gibt (s. H. Ulrich in Schnorrs Archiv,X427L), aus dem ja Goethe schon etliche dreißig Jahre vorher den Plan für eineDichtung Der Falke geschöpft hat. Auch nach Boccaccio zitiert Branthöme (XI 100)das proverbe, que bouche baisee ne perd jamais sa fortune, mais bien renouvelle,ainsi que fait la lune. Geändert hingegen hat La Fontaine, der die Fiancie du roide Garbe so schließt:

II est bon de garder sa fleur;Mais pour l'avolr perdue II ne se faut pendre.

Chi s'impaccia con tosco, non vuol esser losco.

Um mit Toskanern umzugehn, muß man des Morgens früh aufstehn.

Die Quelle ist wohl wieder das Dekameron (g. VIII, n. 10), obwohl es dort, ebensowie in der 144. Novelle Sacchettis und der 66. des 3. Teils der Novelle Bandellos,heißt: Chi ha a far con Tosco... In dieser Form haben das Sprichwort Pescetti

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