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Angelo Polizianos Tagebuch (1477 - 1479) : mit vierhundert Schwänken und Schnurren aus den Tagen Lorenzos des Großmächtigen und seiner Vorfahren
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Als der Herzog von Kalabrien in dem Kriege gegen die Florentiner sagte,er werde bald vor den Mauern von Florenz sein, sagte Giuliano Gondizu ihm: „Herr, wenn Ihr bei den Mauern seid, so paßt auf: Ihr werdetdort zwischen zwei Zacken einen Hintern sehen, der die Hosen herunter-gelassen hat; Gelegenheit aber möchte das keine für Euch sein, Herr, weiles der meinige sein wird."Ab 258 (F n° 370).

357II medesimo, dicendo il Duca che non si voleva mal cavare sproni, insinoche non pigliasse Firenze, disse: Signore, voi logorerete troppe lenzuola.Derselbige antwortete dem Herzog, als dieser sagte, er wolle die Sporennicht ablegen, bevor er Florenz genommen habe: „Da werdet ihr allzu-viel Leintücher zerreißen!"Ab 258 = Zabata 154 (Giuliano Bossi).

Derartige Gelübde und Schwüre, bei denen der sie Ablegende entweder an einenZwang auf sich selber oder auf das Schicksal denkt, sind in Geschichte und Lite-ratur außerordentlich häufig, und so muß es genügen, neben den Verweisen aufJac. Grimm, Gesch. d. d. Spr., Leipzig, 1848 570 f. und J. G. Frazer, The GoldenBough, 3 rd - ed., London, 1911 f., III (Taboo) 261 f., einige Beispiele zu geben, diedie Weltgeltung des Gebrauches dartun, bei dessen Erwähnung man zuerst wohlan die Infantin Isabella, die Schwester Philipps III., denkt, die angeblich geschwo-ren hat, das Hemd nicht zu wechseln, bis Ostende erobert sei, weswegen denn dieFarbe, die das Hemd nach den 3 Jahren, 2 Monaten und 17 Tagen der Belagerungangenommen hatte, noch heute Isabellenfarbe heißt. Erinnert sei an den Schwurder Argiver, sich das Haar nicht wachsen und die Frauen kein Gold tragen zu las-sen, bis Thyrea wiedergenommen sei, und an den entgegengesetzten Schwur derLakedaimonier (Herodot, I 82), an den Schwur des Histiaios, vor der Eroberung vonSardo das Kleid nicht auszuziehen (ebendort, V 106), an den Schwur einiger Juden,nicht zu essen und zu trinken, ehe Paulus getötet sei (Actus Apost., XXIII 12), anDraupadi, die Gattin der fünf Pandava, und den Brahmanen Tschanakja, die schwo-ren, das Haar nicht vor Erlangung ihrer Rache aufzubinden (M. Winternitz, Gesch.der ind. Lit., Leipzig. 1909, III 238 und 212), an Odins Sohn Wali, der sich dasHaupt nicht kämmte noch die Hände wusch, bevor Hod erlegt war (Völuspa 34;H. Gering, Die Edda, Leipzig, 1892 9), an Harald Schönhaar, der sein Haar zehnJahre lang nicht scheeren ließ, weil er sein Gelübde nicht eher erfüllt hatte (SnorrisKönigsbuch, übcrtr. v. Felix Niedner, Jena, 1922, I 93 f. und 112), endlich an Semi-ramis in Calderons Hija del aira, p. 2., j. 1., esc. 3 (vorher schon in BoccacciosDante-Kommentar, I 451 und dem 2. Kapitel seines Buches De claris mulieribus).

358A Napoli, sopra la cancelleria, e dipinto una figura di Mercurio; maperche quelli cancellieri son molto bugiardi, disse loro un di GiulianoGondi che sarebbe meglio dipignerle Crisi che fu Dio delle [E r> b ] bugie.

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