66.DER GLAUBE VERSETZT BERGE.
ES WAR EINMAL EIN SCHUSTER, DER NAHM DASGebot des Evangeliums »Wenn dich dein Auge ärgert, fo reiß es ausund wirf es weg von dir« 1 ) budiftäblich, und als er einmal ein Weib mit einemAuge angefehen und daran Ärgernis genommen hatte, riß er es fich aus.
Später gefchah es einmal, daß der König der Sarazenen, der einen Anlaßgegen die Chriften fuchte, auf fremden Rat zu ihnen fagte: »In euerm Evan»gelium fteht gefchrieben, wenn einer einen Glauben wie ein Senfkorn habe, fokönne er zu diefem Berge fagen, er möge fich heben, und es werde fo gefchehen 2 )/erfüllt dies nicht einer von euch Christen, fo follt ihr allefamt an Leib und Lebengeftraft werden.« Und der Patriarch von Alexandrien rief die Geiftlichkeit unddas Volk zufammen und fragte zu often Malen, ob fidi einer erbötig mache,dies zu vollbringen. Da waren alle fchier verzweifelt,- jener Schufter aber fagte,er habe Vertrauen auf Gott, daß er diefes Werk verrichten werde.
An dem feftgefetzten Tage kam eine große Menge Sarazenen fowohl wieauch Chriften zufammen, und der König beftand auf feinem Befehle, und derSchulter ging allein an den Fuß des Berges. Und er begann zu beten, und derBerg erhob fich und bewegte fich in den Lüften auf die Stadt zu. Und die Heidenbaten die Chriften, fie follten den Berg zum Stillftande bringen, auf daß er nichtdie Stadt erdrücke. Und auf das Gebet der Gläubigen legte fich der Berg zwifchen
zwei andere Berge.
'> Matth., 18, 9 {/. auc6 5, 29 undMarü., 9, 46).2 > Matth., 17, 19 </ aucß Lu//., 17,6).
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