32.SALOMOS DREI LEHREN.
KÖNIG SALOMO WAR NOCH EIN KNABE, UND ALS EReinmal auf der Straße vor fich hin ging, begegnete ihm ein Mann, derdrei Trauben trug/ und für diefe drei Trauben gab ihm der Knabe Salomo dreLehren: die erfte lautete, er folle nie über eine Brücke reiten, fondern vor jederBrücke von dem Pferde fteigen,- die zweite, er folle nie mit einem Menfcheneine halbe Meile gehen, ohne ihn um feinen Namen zu fragen, und die drittewar, er folle mit niemand höher wetten als um einen Grofchen.
Als nun der Mann zu einer Brüd<e kam, ftieg er nicht ab von dem Pferde,und da brach er fich ein Bein. Dann geriet er mit einem Menfchen, der in feineFrau verliebt war, in einen Streit, weifen Pferd der belfere Renner fei,- und dawetteten fie, daß fich der, deffen Pferd früher an einem beftimmten Ziel anlange,aus dem Haufe des andern nehmen dürfe, worauf er zuerft die Hand lege.Und er verlor die Wette und war gar betrübt, und der andere ging, ihrer Wettegemäß, in fein Haus und legte die Hand auf feine Frau.
Nun war er noch mehr bekümmert,- da er fich aber der erhaltenen Lehrenerinnerte, lief er die Schulen ab, um den Knaben zu fuchen, deffen Namen erfreilich nicht wußte, und immerfort fchalt er fich einen Narren, daß er, was ihnder Knabe gelehrt, nicht beobachtet hatte. Und endlich fand er den Knaben,und der ging mit ihm zu dem Richter.
Und vor dem Richter bewährte Salomo nach der zwifchen den zweienabgefchlolfenen Wette, daß das erfte, worauf jener in dem Haufe feines Gegnersdie Hand gelegt hatte, der Geländerbalken der Treppe war, über deren Stufener hinaufgeftiegen war. Und fo war die Frau gerettet.
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