merke mir den Ort, eile den Berg hinab, und fiehe, an feinem Fuße finde ichdrei Räuber, die vor kurzem gehenkt worden waren. Entfetzen packt mich, undich beginne zu zaudern und an meinem Heil zu verzweifeln in der Meinung,ich fei wieder in das Gebiet irgendeines Riefen gekommen. Endlich aber ausder Not Mut fchöpfend und auch des Lebens überdrüfTig geworden, gehe ichvor mich hin, und fo komme ich zu einer Hütte, deren Tür offen fteht, und drinnenfehe ich eine Frau mit einem Kindlein bei Kohlenglut fitzen.
Ich trete ein, grüße fie und frage fie, was fie hier fo allein mache, ob fieeinen Gatten habe und wie weit es noch zu Siedelungen von Menfchen fei, undfie fagt mir, bis zu den erften Menfchen feien es noch dreißig Meilen, und erzähltmir, in der verwidienen Nacht fei fie von Unholdinnen von der Bruft ihresMannes geriffen und in die Wildnis entführt worden,- und die Unholdinnenhätten ihr befohlen, ihr Söhnlein für den Abend zu kochen und es ihnen zumVerzehren vorzufetzen. Darob packte mich das Mitleid, und ich verfprach ihr,das Söhnlein und fie felber zu retten/ und trotz meiner argen Ermattung undtrotz dem mich quälenden Hunger und obwohl ich an meinem eigenen Heileverzweifelte, lief ich hin, wo die drei Räuber hingen, nahm den mittlem, derder feiftefte war, herunter und brachte ihn der Frau und hieß fie, ihn anftatrdes Knäbleins, das fie mir übergeben folle, den Unholdinnen vorzufetzen. Undfie gab mir das Söhnlein, und den Räuber zerftüdcelte lie und fetzte ihn ansFeuer. Das Söhnlein verbarg ich in einem hohlen Baum, mich aber in der Nähedes Haufes, einmal um die Unholdinncn zu fehen, wann fie kommen würden,und dann auch, um im Notfall der Frau zu helfen.
Und als die Sonne in die hefperifchen Wälder tauchte, fah ich etwas wieÄffinnen in unzähliger Menge von den Bergen herabkommen, und fie machteneinen Riefenlärm und fchleiften, ich weiß nicht, was Blutiges nach. Und in demHaufe angelangt, entzündeten lie ein mächtiges Feuer, und das Blutige zerriffenfie mit den Zähnen und vcrfchlangen es,- und nach einer Weile nahmen fie dieunheimliche Brühe von dem Feuer, Verteilten die Stücke des gekochten Räubersuntereinander und hielten ihr Thyefteifchcs Mahl. Dann fragte die, die derandern Oberhaupt zu fein fchien, die Frau, ob das, was fie gegeffen hätten,ihr Sohn gewefen fei. Sie bejahte, aber die Unholdin fagte: »Ich meine eher,du haft ihn zurückbehalten und uns einen jener drei Räuber vorgefetzt. Undum das rafch feftzuftellen, fo geht« — und das fagte fie zu drei ihrer Gefeilinnen —»und bringt mir von einem jeden Räuber ein Stüdc Fleifch.« Dies gehört, liefich, was ich nur konnte, und hängte mich mit den Händen zwifchen die zweiRäuber. Und die Unholdinnen kamen hinter mir, und fie fchnitten den zweiRäubern Stücke Fleifches aus dem Hintern und das dritte mir aus dem Schenkel,
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