Druckschrift 
2 (1801)
Entstehung
Seite
162
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162kommt nur darauf an, daß es gut geleitet werde. Wirwollen ein Beispiel haben ausheben.Die Ermordungen sollten am andern Morgen, den 5.Sept., fortgesetzt werden. Einige vierzig Personen warennoch zu Schlachtopfern bestimmt. Ein gewisser Cellier,Kommissär der Armeen für alles, was das öffentliche Wohlbetrifft, erscheint vor dem Bürgerrathe, legt seine Voll-machten dar und versammelt die Nationalgarde und das Volkauf dem Platz vor dem Gemeindehause, seitwärts vom Ge-fängnisse. Hier steigt er auf einen Tisch; redet die Mengean und zeigt ihr, wie unedel, wie hassenswerth es sey, sichselbst, ohne vorhergegangenes Urtheil, Gerechtigkeit zu ver-schaffen. Er schlägt vor, in seiner Gegenwart die Gefange-nen zu verhören, und fügt hinzu, er verlasse sich völlig aufdie Billigkeit des Volks. Ja, Ja! erschallt es von allenSeiten. Man führt die Unglücklichen vor. Nachdem er siealle einzeln vernommen hat, wendet er sich wieder an dieBürger und sagt:Unumschränktes Volk, welches ich ver-ehre. Ich muß es dir auf Pflicht und Gewissen sagen: allediejenige, welche ich verhört habe, sind unschuldig. Gleich-wohl appellire ich an dein großmüthiges Urtheil; entscheideihr Schicksal. Man ruft wie aus elirem Munde: Frei-heit! Freiheit! Die bisher Gefangenen werden imTriumph durch die Stadt getragen; die Freude bemei-fert sich aller Gemüther.Wie strafwürdig sind denn doch diejenigen, welche dasVolk betriegen; es zu Abscheulichkeiten und Frevelthatenverführen! Ronsin und Lacroix haben ihren Kopf aufdas Schafott getragen. Leider! geschah das nicht für ihrenAntheil an den Septembermorden; aber doch hat dasSprüchwort Recht, welches sagt: das Laster bleibt nie-