Druckschrift 
2 (1801)
Entstehung
Seite
122
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122nicht an Ueberredungskunst fehlt; ja; du erhieltest dieEhre der Sitzung; bald wurdest du wieder vor die Schran-ken gerufen; Herault=Sechelles war auf der Redner-bühne; du verlangtest die Milderung einiger Artikel desDekrets. Doch zum eigentlichen Ziel! Wenn ihr beide,du und Petion, dann meiner Meinung seyd, wollen wirg leichzu Lacroix, dem Präsidenten der Nationalversammlunggehen. Er befindet sich mit den Sekretären im Zimmer,uns gegenüber. Mein Vorschlag ist nämlich dieser: Ihrbegleitet mich morgen an die Schranken der Nationalver-sammlung, und ich fordere die Gesetzgeber auf, in dieFußſtapfen der alten Roͤmer zu treten. Ich verlange, daßein Diktator ernannt werde. Ich zeige, wie nöthig dies in dengegenwärtigen Zeiten der Krise sey; ich dringe darauf, weilohne diese große Maßregel die scheußlichen Ermordungen derGefangenen nicht eher ein Ende nehmen, als bis die Un-glücklichen alle geblutet haben. Meine Stimme soll gleichdem Donner ertönen. Ja; um diesem gräßlichen Mordenzu steuern, werd' ich die Kühnheit haben, einen Diktatorzu begehren. Er soll es nur auf vier und zwanzig Stun-den, und seine Allgewalt bloß gegen das Verbrechen ge-richtet seyn. Die Diltatur wird dem Blutvergießen Einhaltthun; die Morde werden aufhören. . . . . . . Siewerden im Augenblick aufhören.Laß das ja bleiben, antwortete Robespierre;Brissar, und kein anderer würde Diktatorwerden.O Robespierre! was du fürchtest, ist nicht dieDiktatur; was du liebst, ist nicht das Vaterland. Bris-so ist der Gegenstand deines Hasses; ich verabscheuedie Diktatur, ich verabscheue Brissot. (Petion sprachin der ganzen Zeit nicht ein einziges Wort.)