Druckschrift 
2 (1801)
Entstehung
Seite
16
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15Wuth und Abscheulichkeit. Man sah Weiber an der Spitzeder Einwohner von Carpentras; sie gaben das Beispiel desRuthes und der Tapferkeit: sie feuerten die Streiter beiden Ausfällen an; sie suchten ihren Schmerz zu beschwich-tigen, indem sie, ohne Erbarmen, die Ungeheuer hinschlach-teten, welche ihre Männer und Kinder gemordet hatten.Die Räuber zogen sich in ihre Höhlen bei Monteux zurück,nachdem sie vierhundert und fünfzig Mann verloren hatten.Unter dieser Zahl befanden sich Chabrant und Peyta-vin, Bataillon=Kommandanten.Der Vereinigungsentwurf wurde der Nationalversamm-lung zum zweitenmale vorgelegt; aber auch jetzt, am 24.Mai, mit einer Mehrheit von zwanzig Stimmen verworfen.Doch beschloß man, Kommissarien nach Avignon zu schicken,und Frankreichs Vermittelung anzubieten. Man hoffte da-durch die Ruhe in jenen unglücklichen Gegenden wiederherzustellen. Wirklich brachten die Kommissarien es auchdahin, daß am 14. Juni 1791, ein Waffenstillstand un-terzeichnet wurde. Dieser Friede aber, mit dem man esvon keiner Seite aufrichtig meinte, hemmte nur für wenigeAugenblicke den Ausbruch des Hasses und der Rache.Den 11. August 1791 begibt sich ein starker bewaff-neter Haufe, unter Anführung der Oberhäupter der vanklu-sischen Faktion, nach dem Gemeindehause es war einUhr Nachmittags beweistert sich desselben, nimmt zweiMunizipalbeamten gefangen und wirft sie in einen Kerker.Man bemächtigt sich der Akten; man läutet die Sturmglocke;man schlägt den Generalmarsch. Starke Patroullen durch-streifen die Gassen und mißhandeln alle diejenigen, welchemit dem Herr von Avignon nicht einverstanden sind. Sechs-und sechzig Personen werden in verschiedene Gefängnisse ein-gesperrt;