Von Klemens V. bis auf Gregor X. thronten diePäbste in den Mauern Avignons, zwei und sechtig Jahrelang.Die Gerechtigkeit wurde daselbst durch einen päpstlichenVicelegaten, durch einen Landrichter und durch die Kam-mer della Rota gehegt. Die Polizei wurde von Burger-meistern und ihren Beisitzern verwalter; letztere führten denTitel: Richter. Man konnte von diesen Tribunalen nachRom apelliren.In der dasigen Barfüßerkirche ist das Grabmahl derschönen Laura von Sade, welche durch Petrarka'sgöttliche Lieder so berühmt geworden ist.Avignon liegt fünf franzözische Meilen von Orange.Pabst Klemens V. verlegte dahin den apostolischenStuhl im Jahr 1309, und abermals im Jahr 1348. Kle-nens VI. kaufte die Stadt von Johanna, Königin vonNeapel und Gräfin von Provence. Er bezahlt dafür 86,000Goldgulden. Denn zur damaligen Zeit kaufte man, ebenso wie heut zu Tage, alles für Geld. Provinzen und Städtewaren feil; sie wurden mit Menschen und Thieren verhan-delt.Der apostolische Pallast ist von gothischer Bauart; erhat ganz das Ansehen eines festen Schlosses. MehrerePäbste haben ihn, wie gesagt, bewohnt. Außerdem gibt eszu Avignon vier und dreißig (ehemalige) Klöster! ver-schiedene Armenhäuser, drei Seminarien und ein Leihaus.Mancherlei Ursachen haben über Avignon die Wetter-wollen des Bürgerkriegs und der Anarchie zusammengezogen.Diese beiden Plagen sind der Inbegriff aller andern.
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