— 271Blutige Nacht vom 18. auf den 19. März791, zu Toulouse.Seit undenklichen Zeiten hat der Fanatism die StadtTolouse mit Blut und Mord angefüllt. Als die National-garde errichtet wurde, hatten sich die Bürger dieser Stadtin vierzehn Legionen abgetheilt; der Bezirk St. Barthe-lemi zählte deren zwei; der größte Theil der ehmaligen Un-terbeamten des Parlaments, und folglich Leute, die keines-wegs mit der Revolution zufrieden waren, bildeten die 2teLegion von St. Barthelemi. Herr Daspe, vormaligerzweiter Präsident, war Obrist derselben. Die Grundsätzeund Absichten dieser Legion waren von je her dem übrigenTheil der Nationalgarde verdächtig gewesen. Wirklich hat-te dieses Korps auch den Anschlag gefaßt, während derNacht alle Bewohner des Stadtbezirkes, in welchem derstärkste Handel getrieben wird, aus dem Wege zu räumen.Und das bloß aus der Ursache, weil die dasige Kaufmann-schaft der Revolution aufrichtig ergeben war, und zuweilenüber den läppischen Stolz der zweiten Legion von St. Bar-thelemi spöttelte. Das Mordzeichen ward in der Nacht vom18. März gegeben. Das blutige Schauspiel begann mitvierzehn scharfen Schüssen, mit neun Bajonettstichen oderSäbelhieben. Schon waren mehrere Bürger hingewürgt,als die Munizipalität zu den Waffen rief, und die ganzeMacht aufbot, über welche sie noch verfügen konnte. DieNationalgarde durfte nur erscheinen, und all jene feigenMörder entflohen. Acht wurden getödtet, und viele ver-wundet. Einige suchten in Spanien eine Freistätte, umsich den Wirkungen des Gesetzes zu entziehn. Man be-gab sich in ihr Wachthaus; es war verlassen; aber eine
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