224nach dem Muster mehrerer ansehnlicher Städte, mit denHauptorten ihrer Gegend föderalisiren. Dies löbliche Vor-haben sand inzwischen keinen Beifall bei der ersten, konsti-tutionsmäßigen Munizipalität, die einen Grafen von Custine,einen Verwandten des Generals, zu ihrem Vorsitzer hatte.Jedoch sah sie sich endlich genöthigt, dem Begehren ihrerNationalgarde nachzugeben, welche dafür alle Unkosten die-ser Föderation selbst tragen mußte.Während dem die Nationalversammlung sich mit Ab-fassung eines neuen Gesetzbuchs beschäftigte, schien die Ar-mee sich nach und nach ihrer gänzlichen Auflösung zu nä-hern. Es herrschte ein Geist der Insubordination in der-selben, welcher unter den franz. Truppen bisher ganz unbe-kannt gewesen war. Das Regiment Salm zu Metzmacht einen Versuch, sich der Kasse zu bemeistern. Boil-le setzt sich dagegen; die Flinten werden geladen und aufden General gerichtet. Um den Auflauf zu stillen, sieht ersich gezwungen, zwei und zwanzig tausend Livres unter diesRegiment zu vertheilen.Zu Hesdin giebt die Nationalgarde ein Bürgerfest; siewird durch die Offiziere von Royal=Champagne belei-digt.Die französische Garden dienten zum Vorwand,oder zum Muster. Sie hatten sich in einemwirklich sehr kritischen Zeitpunkte, ihren Obern zu ge-horchen, geweigert. Und dies war als eine schöne edleWirkung ihres Patriotisms betrachtet worden. Feierlich hat-te man dies verkündet. Bürgerkronen hatte man ihnenzuerkannt, und goldene Medaillen waren unter sie vertheiltworden, als das erste Zeichen jener warmen Dankbarkeit,welche die erkenntliche Revolution allen ihren tapfern An-hängern
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